|M|eins – Redesign

Wir haben vor rund 4 Monaten unser Webmagazin |M|eins und haben in dieser Zeit einiges über die Fehler in unserem grundlegend Design gelernt und versuchen diese nun Schritt für Schritt auszubügeln. Die Schlüsseländerungen aus unserer Sicht sind:

  1. Verbesserter Videoplayer: Unser Videoplayer derzeit ist relativ dumm, in Zukunft wird es möglich sein das Video direkt ohne Audio und mit Untertitel zu starten, und man wird auch selbst einen Startpunkt wählen können um das Video von genau dort aus zu teilen.
  2. Social Sharing Funktionen: Bisher konnte unsere Seite nur über einen einfachen Link geteilt werden, in Zukunft wird es möglich sein den zu teilenden Text selbst zu wählen und durch anklicken der entsprechenden Buttons direkt in das gewünschte Netzwerk zu sharen. Basis dafür ist eine selbst entwickelte Variante von „Highlight to share“.
  3. Inhaltsverzeichnis: Bisher hatte man wenig Übersicht wo man sich aktuell auf der Seite befindet in Zukunft wird man direkt in der neuen mitschwimmende Topleiste sehen wo man sich aktuell befindet und welche Teile des Textes noch bevorstehen.

|M|eins – die ersten drei Monate!

Unser Kind meins.orf.at ist jetzt etwas über drei Monate alt und wir haben langsam so etwas wie eine eigene Sprache gefunden. Wir haben es auch geschafft eine gewisse Menge an Menschen mit unserem Angebot zu erreichen – auf Facebook sind das jede Woche 500.000 Menschen und jede Ausgabe wird mittlerweile von rund 150.000 Menschen gesehen. Wir haben über 100 Videos für die Seite selbst und für Facebook produziert und damit über 1 Million Videoviews generiert.

Wir machen uns ein Web-Magazin!

Was ist es was wir Journalisten tun? Ganz egal ob beim Fernsehen, im Internet, im Radio – wir erzählen im wesentlichen Geschichten. Jedes Medium hat dabei eine eigene Sprache gefunden und perfektioniert. Eine verknüpfte Sprache die alle Medien übergreift gibt es dazu nicht – warum auch – es gibt doch schließlich kein verknüpfendes Medium. Und das hat auch seine Berechtigung und wird sie auch immer haben – jedes Medium hat spezielle Stärken die gezielt ausgenutzt werden. Unser Ziel war es ein Magazin zu entwickeln dass die Stärken der einzelnen Bereiche verbinden kann und nicht die bestehenden Medien ablöst – sondern eine sinnvolle, verknüpfende und ergänzende Funktion erfüllt.

Es hat ziemlich genau 14 Monate gedauert von der ersten Idee bis zur Umsetzung eines monothematischen, wöchentlichen Webangebotes für die ORFeins Fernsehinformation. Die Grundpfeiler der Idee sind zwei Gedanken:

1. Bauen wir uns eine Plattform auf der wir Themen im vollen Umfang zeigen können und uns nicht beschränken müssen auf die wenigen Sekunden die wir im Fernsehen zur Verfügung haben.

2. Erweitern wir unser (zugegebenermaßen oft niedrige) Quote sowie unsere Zielgruppe.

 

Ausgangslage

Klingt einfach ist es aber nicht ganz, da das Angebot für den ORF umgesetzt werden soll müssen wir uns dabei an spezielle Rahmenbedingungen des Gesetzgebers halten, dazu gehört unter anderem das Verbot von „speziellen Angeboten“ (§ 4f Abs. 2 ORF-G Fach- und Zielgruppenangebote, die in Form und Inhalt über ein nicht-spezialisiertes Angebot von allgemeinem Interesse hinausgehen, soweit es sich nicht um sendungsbegleitende Angebote handelt;) oder auch das Verbot von speziell für mobile Endgeräte gestaltete Angebote  (§ 4f Abs. 2 ORF-G eigens für mobile Endgeräte gestaltete Angebote). Wir beschränken uns also bei unserem Angebot auf ein „sendungsbegleitendes“ Angebot, das bedeutet, das Thema das wir online erzählen muss seinen Anker und Ursprung im Fernsehen haben und muss dazu ergänzend sein. Da wir im Nachrichtengeschäft sind ist das kein großes Problem.

Design

Das Webdesign des ORF ist vor allem eines: funktionell. Die „blaue Seite“ ist seit Jahren nahezu unverändert und vielleicht auch gerade deshalb so erfolgreich – der Nutzer erhält schnellen Zugriff auf aktuelle Informationen – nicht mehr aber vor allem auch nicht weniger. Und der Erfolg gibt dem Design der blauen Seite recht: fast die Hälfte der österreichischen Internet-Nutzer nutzen das Dachangebot von orf.at (Quelle: http://www.oewa.at/index.php?id=14654). Wir wollen in unserem Magazin keine schnelle Informationen anbieten (also nicht unser eigenes, extrem erfolgreiches Produkt kanibalisieren) sondern wir wollen eine Lücke schließen die derzeit weder das aktuelle ORF-Fernsehen noch orf.at erfüllt, nämlich Hintergründe zu den im Fernsehen gebotenen Informationen. Wir versuchen uns beim Design an die 10 Design Principles von Dieter Rams zu halten:

1. Gutes Design ist innovativ:

News-Seiten die nicht intuitiv sind werden nicht gelesen – simple fact – da unserer Seite genau eine Geschichte pro Woche beherbergt sind wir fundamental darauf angewiesen dass sich die Geschichte sofort mit dem laden der Seite „öffnet“ und erschließt. Weil wir Fernsehmenschen sind und damit an die Macht der Bilder glauben greifen wir auch hier auf diese „Macht“ zurück und setzen hier auf ein starkes Bild mit einer starken Headline – nicht mehr aber auch nicht weniger.

2. Gutes Design macht ein Produkt nützlich:

Unser Magazin soll nicht schnell über Aktuelles informieren, sondern einen möglichst schlüssigen und kompletten Überblick über die Hintergründe geben, das Design unserer Seite unterschützt das Storytelling bei der Zusammenfassung der Inhalte. (mehr dazu später im Storytellingbereich)

3. Gutes Design ist ästhetisch:

Ok, Ästhetik ist Geschmacksache, uns gefällts insofern ists auch ästhetisch 😉

4. Gutes Design macht ein Produkt verständlich:

Wenn wir es nicht schaffen verständlich zu sein, haben wir versagt. Das gilt für uns Journalisten aber nicht nur für Design sondern auch für unser Storytelling und für unsere Arbeit im Ganzen. Verständlichkeit ist Pflicht. Um unsere Geschichten online sofort greifbar zu machen arbeiten wir mit starken Bildern.

5. Gutes Design ist unaufdringlich:

Das Ziel unseres Designs ist es komplett hinter die Geschichte zurückzutreten, im Mittelpunkt soll die Erzählung der Inhalte stellen, daher verzichten wir fast komplett auf Designelemente. Wir markieren Bereiche unserer Artikel mit Farben und verzichten auch nahezu komplett auf ein klassisches Menü.

6. Gutes Design ist ehrlich:

Ehrlichkeit ist die einzige Währung auf die wir als Nachrichtenjournalisten wirklich bauen können und für uns als ORF auch ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal – Storys sollen halten was die Headline verspricht (Clickbaiting anyone?), die relevanteste Information soll immer auch sofort sichtbar sein, Details zur Story finden sich in tieferen Ebenen wieder. Also Ehrlichkeit heißt für uns, dass wir uns nicht hinter catchy Schlagzeilen verstecken und dann nicht liefern. Wer verspricht muss auch halten.

7. Gutes Design ist von Dauer:

Schon aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen muss unser Design von Dauer sein – wir können uns nicht alle Jahre ein Redesign leisten. Daher die Fokussierung auf starke Bilder im Design, Bilder kommen nie aus der Mode und tragen auch einen wichtigen Teil zum Storytelling bei.

8. Gutes Design ist bis ins letzte Detail durchdacht:

Wir haben viel Zeit in das Design der Geschichten investiert um die Nutzer streng auf die Geschichte zu fokussieren, keine Designelemente sollen den Erzählfluss stören.

9. Gutes Design ist Umweltfreundlich:

Tja gut das ist vielleicht der einzige Punkt der einfach nicht auf Webdesign zutrifft, würde man unsere Seite ausdrucken wäre sie auf Grund der vielen Bilder auch sicher nicht umweltfreundlich.

10. Gutes Design ist so wenig Design wie möglich:

In diesen Punkt haben wir viel Zeit investiert da unser Ziel war dass das Design komplett hinter die Geschichte zurücktritt. Bild und Headline sollten für sich sprechen und durch das Storytelling unterstützt sollen die User ohne Aufwand durch unsere Geschichten gelotst werden – ob das funktioniert? Wir finden schon – das heißt aber nicht viel.

 

Ok, wie sieht jetzt also der Prozess aus in dem wir unsere Seite entworfen haben. Im wesentlichen gibt es drei Schritte die uns zu unserem finalen Schritt geleitet haben. Der erste Schritt war im wesentlichen ein Rohentwurf eines monothematischen Magazines mit dem ich durch den ORF gegangen bin um Unterstützung zu finden. Im zweiten Schritt habe ich dann das Design weiterentwickelt schon mit dem Gedanken im Kopf wie sich das ganze tatsächlich umsetzen lässt. Dieser Schritt bildete dann auch die Grundlage für die Agentur die daraus dann im dritten  Schritt einen finalen Entwurf erstellt hat.

 

 

 

 

Logo und Name

Ein Produkt braucht einen Namen und im Idealfall auch ein Logo – so auch unser Magazin.  Der Name sollte im Grunde ausdrücken was unser Magazin ist, nämlich eine Begleitung für die ORFeins Information im Internet, die sich jede Woche um ein Thema annimmt und dabei auf alle unsere Medien zurückgreift. Also im Grunde ein Magazin ist, monothematisch ist und multimedial ist. Wir haben an zwei Zugängen gearbeitet einen völlig generischen Namen mit einem generischen Logo oder aber ein Logo das komplett in unsere CI passt und selbsterklärend ist. Letzten Endes haben wir uns auf drei Varianten geeinigt die in die Endausscheidung gehen sollten nämlich Unu, einsM und [M]eins. Geworden ist es dann schlussendlich [M]eins, auch um in Namensgebung und Design möglichst nah an der hauseigenen CI zu bleiben.

 

Die Wiedererkennung der ORF-Brand hängt natürlich nicht nur am Logo sondern auch an Schriften und Farben, daher setzen wir in diesen Fällen auf die Hausfarben des ORF, also auf ein spezielles rot, petrol und gelb. Bei den Schriftarten verlassen wir uns im Headline Bereich auf Gotham und Bonn. Bei Videoinserts auf Bebas Neue und bei Untertiteln auf Gotham Light.

Storytelling

Was wir tun ist Geschichten erzählen und wir haben und wie eine Theorie (ohne Quelle weil ich zu faul zu suchen bin) besagt beschränken wir uns da im Wesentlichen auf einige Wenige immer wiederkehrende Formen und so haben wir uns auch für eine Form entschieden die nicht neu und auch nicht wirklich besonders ist, nämlich den Nutzer an der Hand zu nehmen ihn am Beginn der Geschichte abzuholen und ihn dann durch eine Geschichte zu leiten.

Kernelement unserer Geschichten sind natürlich unsere Videos – wir kommen vom Fernsehen – Video ist als unser natürliches Element. Angereichert wird das ganze um Infografiken die von unserer Grafikerin gestaltet werden. Zusätzlich arbeiten wir noch mit der Wiener Drahtwarenhandlung zusammen die uns datenjournalistische Inhalte aufbereiten und zu interaktiven Infografiken zusammenfügen. Abgeschlossen wird jede Geschichte von einer Art „Kommentar“ von zwei Poetry Slammern.

Bei der Gestaltung der Videos im Generellen haben wir darauf geachtet dass sie ohne Ton konsumierbar sind und eine gewisse Länge nicht überschreiten sollten. Alle Videos gibt es so, je nach Endgerät mit Untertitel, ohne Ton oder auch mit Beidem.

Content

Kern des Contents ist jede Woche eine neue Fragestellung die von allen Seiten beleuchtet wird. Mit Hilfe von Infografiken, Fotos, Text und Video versuchen wir eine möglichst nahe Annäherung an eine Antwort auf die gestellte Frage – versuchen aber einen letzten Rest immer offen zu lassen. Die Schwierigkeit an Langformaten, besonders an multimedialen Langformaten ist dass um es „teilbar“ in sozialen Netzwerken zu machen jeder Teilbereich zwar für sich stehen können muss, aber das ganze trotzdem ineinander greifen muss. Unser Zugang ist dazu die Geschichte in kleine „Subgeschichten“ zu zerteilen die alle ihren eigenen Spannungsbogen haben und so auch für sich stehen können – ob das funktioniert kann man sich auf unserer Facebookseite ansehen.

Name

Der Name [M]eins bezieht sich zum einen auf unseren „Heimatsender“ ORFeins, und zum anderen auf unserer Heimat das ZiB Magazin, zusätlich kann man das M auch noch als multimedial und monothematisch deuten. Entstanden ist der Name nach einigen Versuchen mit generischen Namen wie Unu. Entschieden haben wir uns dann für [M]eins auch auf Grund der Übereinstimmung mit anderen Namen aus dem ORF Universum.

Technik

Technisch ist der Betrieb der Seite auf zwei Systeme aufgeteilt, das eine System dient als unser Staging System und beinhaltet damit das eigentliche, dynamische Content Management System und auf der anderen Seite das Auslieferungssystem welches die Seite als solches dann ausliefert. Ausgeliefert wird eine statische HTML Seite die mit einem Static HTML Generator von der eigentlich lebenden Seite generiert wird – das garantiert zum einen Geschwindigkeit und zum anderen auch einen gewissen Grad an Sicherheit.

Die Produktion der Inahlte basiert im wesentlichen auf der Creative Suite von Adobe, eingesetzt werden Photoshop, After Effects und Dreamweaver zusätzlich kommt noch Final Cut von Apple für den Videoschnitt zum Einsatz. Die „tragenden“ Systeme sind ORF-Standardkomponenten, also für die Creative Suite HP Workstations und für Final Cut Mac Pros. Ziel des Einsatzes von Standardkomponenten war auch zu zeigen dass sich ein „Online-Workflow“ ohne weiteres mit einem „TV-Workflow“ verbinden und umsetzen lässt.

 

In diesem Sinne – anschauen lohnt sich und zwar unter meins.orf.at!

Silicon Valley – die Zukunft?

Das Silicon Valley ist ein recht kleines Gebiet südlich von San Francisco und zieht sich bis San Jose. Mit der Errichtung des ersten Industrieparks der Region durch die Stanford University 1951 begann der wirtschaftliche Aufschwung. Heute ist das Silicon Valley das technologische Zentrum und Herz der Welt – hier sitzen Apple, Google, Intel, Adobe und viele mehr. Insgesamt sitzen hier über 3000 Unternehmen unterschiedlicher Größe – 25% der Bevölkerung des Valleys arbeiten direkt in diesen Unternehmen, Schätzungen zu Folge profitieren über 80% der Bevölkerung von den Unternehmen (und das ist wohl noch pessimistisch geschätzt). Zusätzlich gilt die Gegend auch als Motor der Innovation, Ideen die hier erfolgreich sind, können es überall sein. In der Technologiewelt ist es also nicht mehr New York, sondern Orte wie Cuppertino, Palo Alto und San Jose. Junge Programmierer, Designer und Unternehmer aus der ganzen Welt zieht es nach Kalifornien um hier ein Teil von etwas zu werden was im großen und ganzen wohl als die Zukunft unserer Wirtschaft zu sehen ist.

Nur Trial und Error oder doch mehr?

Fragt man in den letzten Jahren irgendjemanden zum Thema Silicon Valley hört man auf die meisten Fragen immer die gleiche Antwort: Die Stärke der Amerikaner liegt im Scheitern und danach Wiederaufstehen. Und ja das stimmt natürlich schon sagt Markus Wagner, Gründer von i5invest der selbst ein Unternehmen ins Silicon Valley verkaufen konnte. Allerdings ist das nur ein Teil der Wahrheit, für den Erfolg essentiell sind hier gute Netzwerke, gute Entwickler und ganz im generellen hervorragende Technologie. Um dann noch zu dem Promill zu gehören dass für astronimische Summen verkauft wird braucht es aber vor allem eines: den Ausblick auf Einnahmen – ein Geschäftsmodell also. Und spätestens hier hört „Trial and Error“ auf, hat man kein funktionierendes Geschäftsmodell hat man recht schnell kein Unternehmen mehr.

 

ZiB Magazin – Österreichische StartUps im Silicon Valley from Florian Matscheko on Vimeo.

mit i5invest, indoo.rs, cyberith.

 

Las Vegas

Es ist 14.20 – im Fernsehen läuft der Frauen Bowling World Championship und ich bin seit gut 24 Stunden alleine in Las Vegas. Alleine in einer Stadt zu sein die Projektionsfläche für Spass und eine Hülle für Ekstase sein soll ist nicht ganz einfach. Geht man Abends auf die Straße, auf die eine Straße wo auch andere Menschen sind – den Strip – steht man in einer gigantischen Gruppe von Gruppen die scheinbar feiern dass man plötzlich auf der Straße saufen darf. Was bei uns ein normaler Mittwoch Nachmittag ist, reicht in den USA für den Inbegriff von Sin-City. Las Vegas soll wild sein, alles was es ist ist aber erbärmlich. Unglaublich stumpfe, hässliche Menschen ziehen durch die Straße mit riesigen Plastikvasen aus denen sie irgendwas trinken.

Die Stimmung ist hier genau so künstlich wie der Geruch in den riesigen Hotels, aus Bodenlautsprechern läuft rund um die Uhr schlechter Techno egal wo man sich aufhält am Strip und auf Pool Partys tritt Steve Aoki auf. Dazu kommt noch die allgegewnwärtige Prostitution, die in Las Vegas streng genommen nicht legal ist, sonst überall in Nevada aber schon, das stört hier aber scheinbar niemanden. Auf der Straße werden von alten Frauen mit grellen „Girls, Girls, Girls“ Flyer mit Telefonnummern von Private Dancern verteilt. Wie der Tanz dann aussieht kann man sich leicht ausrechnen.

Also was tut man in so einer Stadt? Richtig: nicht viel. Zwei mal den Strip rauf und runter gehen und man hats gesehen. Die Shows besuchen? David Copperfield? Britney Spears? Na eher nicht. Interessanterweise treten hier aber auch Leute wie Ghostface Killah vom Wu-Tang Clan auf – und zwar in einem Lokal in dem man sonst Chicken Wings isst. Tja was bleibt sonst noch? Outlet-Center irgendwo außerhalb und halt der übliche internationale Designerschmuh in den Hoteleinkaufszentren (inklusive aufgemalten Himmel yeah!). Ja dann noch spielen: Fühlt sich bissl wie im mittlerweile geschlossenem Automatencasino im Prater an. Dann noch Essen, jede Kette ist vertreten – mit langer Schlange vor der Tür. Also besser Sandwich vom Wallgreens und ESPN im Hotelfernseher.

Achja und Messe war natürlich auch, die NAB. Was gabs zu sehen? Neue Kameras von Blackmagic, neue Software von Avid und ein Versuch von Microsoft innovativ zu sein.

RoundUp Absturzursachen lt. Verschwörungstheoretikern

Man ist sich uneins im Land der Verschwörungstheoretiker – ein Flugzeug ist abgestürzt und es gibt zu viele Gründe für das warum, ein kurzes Roundup:

1. Ein satanisches Ritual

Satanische Rituale passieren – glaubt man den Internetexperten – so ziemlich jeden Tag auch der 24.3., also der Tag des Absturzes war wieder mal ein satanisches Fest, um genau zu sein ein Opferfest, das so genannte Fest des Tieres. Dabei sollen 16-Jährige Mädchen in einer festlichen Zeremonie zur Braut Satans werden und 16-Jährige Mädchen waren auch in dem Flugzeug ganz klar also: der Teufel wars. Hinter diesen „Opferfesten“ steht übrigens ein satanischer Kult der globalen Elite.

2. Den Reptoiden geht die Energie aus

Die Reptoiden leben im Inneren der Erde, sind eine Art Eidechse und ernähren sich von Basen die in der Erde enthalten sind. Und jetzt hat es sich ergeben dass den Reptoiden die Energie ausgeht, daher muss geopfert werden und zwar ein Flugzeug voller Mensch. Wie aus einem Flugzeug Basen in der Erde werden muss man dazu nicht wirklich verstehen – die satanische Weltelite wirds schon richten.

3. Die USA senden eine Botschaft an Merkel

Um ein bisschen wegzukommen von Satan und Eidechsen eine eher politische Theorie: Merkel spurt nicht (wobei auch immer) und wird von Obama zu Recht gewiesen – Kampfjets der Nato haben demnach das Flugzeug einfach abgeschossen – daher ist auch so wenig übergeblieben – alles klar?

4. CERN

Das CERN in der Schweiz erfreut sich auch immer wieder großer Beliebtheit. Diesesmal hat angeblich das magentische Feld des CERN das Flugzeug vom Himmel gesaugt, warum es nur dieses eine erwischt hat bleibt offen, lässt sich aber vielleicht mit 1., 2., 3., 5. oder 6. erklären.

5. Patente waren an Bord

Der Klassiker unter den Verschwörungstheorien: Flugzeuge werden von verrückt gewordenen Rothschilds aus der Luft geholt weil ein paar Patentbesitzer auf den Flug gebucht waren. Um die Patente zu bekommen schießen die Rothschilds das Flugzeug einfach ab, wie diese Patente dann bei den Rothschilds über Vererbung oder ähnliche mystische Vorgänge landen sollen ist nicht klar.

6. Das Volk soll vom Sturm auf den Bundestag abgehalten werden

Glaubt man dem seriösen Medium publikative.org wird am 8. Mai der Bundestag gestürmt und glaubt man den „Experten“ wurde der Absturz inszeniert um das Volk davon abzuhalten. Wieso und warum beides passieren sollte wird wie immer höchst schlüssig mit „jetzt reichts“ erklärt.

Warum es wichtig ist Jihad-Touristen nach Österreich zurück zu lassen!

Vor einigen Monaten ist ein junger Wiener, frisch konvertiert, nach Syrien gezogen um dort nach einem besseren Leben im Kalifat zu suchen. Jetzt ist der Jugendliche nach Österreich zurückgekehrt. Nach eigenen Angaben hat er als Rettungsfahrer gearbeitet und wurde bei einem Angriff rund um Kobane schwer verletzt – ihm fehlt ein Teil seiner Milz, ein Lungenflügel und eine Niere. Geläutert stellt er sich bei seiner Einreise am Wiener Flughafen den Behörden und ist voll geständig.

In Österreich wurde nach Bekanntwerden der überraschend hohen Zahlen der nach Syrien gegangen Jugendlichen die Forderung laut ihnen den Pass zu entziehen. Laut einer aktuellen OGM Studie können sich 88% der ÖsterreicherInnen mit dieser Forderung anfreunden, das ist gemeinsam mit der Forderung nach temporären, unangekündigten Grenzkontrollen auch der „größte Wunsch“ der Bevölkerung.

Aber genau das, das Verhindern der Rückkehr, dürfte der falsche Weg sein. Denn zum einen können nur die Rückkehrer einen Einblick in die Strukturen des IS geben, die es ermöglichen dass 16-Jährige unbemerkt in ein Kriegsgebiet ziehen um dort zu kämpfen. Nur auf diesem Weg ist es möglich die Menschen zu finden die Jugendliche dazu überreden in den Krieg zu ziehen. Verhindern wir eine solche Rückkehr berauben wir uns der Chance Einblicke in diese Netzwerke zu erhalten.

Zum Anderen stärkt es letzten Endes den islamischen Staat in seiner Argumentation dass der „Westen“ nichts mehr mit den in Syrien Kämpfenden zu tun haben will und daher eine Rückkehr sowieso ausgeschlossen ist. Unsere Gesellschaft und unsere Rechtssprechung muss stark genug sein, junge Menschen die, vielleicht durch unwahre Versprechungen, verführt wurden in einen Krieg zu ziehen der nicht der ihre ist, wieder integrieren zu können. Denn ich glaube die wahre Stärke einer Gesellschaft zeigt sich darin wie sie mit Leuten umgeht, die versuchen diese Gesellschaft zu zerstören.

#StayMuslimDontVote Kampagne in England

Am 7. Mai 2015 wählen die Briten ihr Unterhaus neu. Während die Parteien im Wahlkampf sind rufen britische Salafisten dazu auf die Wahlen generell zu boykottieren – Begründung dafür: Allah ist die einzige gesetzgebende Gewalt und nur Allah darf entscheiden was Recht und was Unrecht ist – ein Parlament bzw. generell Politik ist damit nutzlos. Wer genau hinter der Aktion steht ist unklar – Sprecher der Kampagne ist der Extremist Anjem Choudary, dieser hat unter anderem die Organisation Islam4Uk gegründet. Diese und eine weitere von ihm gegründete Organisation wurden von den britischen Behörden als terroristisch eingestuft und verboten. Seit Wochen fordert die Kampagne online unter dem Hashtag #staymuslimdontvote Muslime auf nicht zur Wahl zu gehen.

Mittlerweile gibt es auch Demonstrationen und Straßenaktionen in denen Muslime dazu aufgefordert werden nicht zur Wahl zu gehen.

Anhänger findet die Kampagne vor Allem unter Jihadisten und Salafisten die besonders die Forderung nach Einführung der Sharia in England unterstützen.

https://twitter.com/ummusmaan1/status/576291223553601537

https://twitter.com/naayacaliyo/status/575241412230410240

Ob die Kampagne tatsächlich Einfluss auf das Wahlverhalten haben wird, wird sich erst zeigen, allerdings ist das meines Wissens der erste Versuch von Salafisten und Jihadisten direkten Einfluss auf politische Prozesse in Europa zu nehmen.

IS-Finanzierung Roundup

30.000 Jihadisten aus der ganzen Welt kontrollieren für den selbsternannten Kalifen al-Bagdadi den islamischen Staat in Syrien und im Irak. Bezahlt werden sie wie „normale“ Soldaten, aus der Staatskasse des islamischen Staates. Diese dürfte bislang gut gefüllt sein. Einnahmen aus Ölhandel, Schmuggel von Antiquitäten, Steuern, Erpressung und Kriegsbeute spülen monatlich Millionen in die Kassen des Staates. Mit den Geldern finanziert wird nicht nur der Kampf sondern der IS hat auch ein Art jihadistischen Sozialstaat aufgebaut. So erhalten verheiratete Kämpfer zusätzliche finanzielle Mittel um ihre Familien zu versorgen. Auch für den Transport ist gesorgt, in Mossul und in Raqqa stehen öffentliche Verkehrsmittel kostenlos zur Verfügung. Ebenfalls weiterbezahlt werden die Beamten, die den Staat am Laufen halten sollen – damit sorgt der islamische Staat bis zu einem gewissen Grad für Sicherheit. Jedes Monat gibt es Löhne, Menschen die sich an die Spielregeln der Terroristen halten haben nichts zu befürchten. Der Terrorismusfinanzierungsexperte Tom Keatinge geht davon aus dass der islamische Staat über den Militärhaushalt eines kleinen europäischen Staates verfügt.

Aber woher kommen die Einnahmen genau und wie funktioniert das Finanzsystem des IS? Der Versuch einer Annäherung.

Grundsätzlich muss man vorausschicken dass man keine exakten Angaben über die Einkünfte aus den unterschiedlichen Quellen machen kann, Informationen aus dem Inneren des IS gibt es dafür zu wenige. So sind alle diese Punkte im besten Fall auch nur eine Sammlung von Indizien.

1. Ölhandel

Große Teile des Einkommens des IS dürften aus Ölhandel stammen. Das Öl das dabei verkauft wird stammt aus Ölfelder die im Zuge der Kampfhandlungen unter die Kontrolle der Terrormiliz kamen. Dabei handelt es sich vor allem um Ölfelder im Osten Syriens die bis vor Kurzem noch unter Kontrolle von westlichen Unternehmen standen. Zusätzlich zapfen sie auch Öl aus Pipelines die durch ihre Regionen laufen ab. Insgesamt – so schätzt man – dürften die Miliz täglich 100.000 Barrel am Tag „fördern“. Das entspricht beim derzeitigen Marktpreis in etwa 5.700.000$. Das Rohöl wird anschließend zu ebenfalls besetzten Raffinerien gebracht wo das Öl weiter zu Benzin und anderen Produkten verarbeitet wird. Wichtigste Anlage für dieses Geschäft war Baidschi. Diese dürfte aber bereits im November von der irakischen Armee zurückerobert worden sein. Welche zentrale Positionen diese Anlage für die Finanzierung der Geschäfte des IS hatte zeigt mit welcher Hartnäckigkeit sie versuchen die Anlage zurück zu erobern. Um flexibel zu sein wurden bereits mehrere „Behelfsraffinerien“ errichtet um auch lokal Öl weiterverarbeiten zu können.

Nach der Weiterverarbeitung wird das Öl zumeist direkt im Irak, in Syrien oder in der Türkei weiterverkauft. Der IS greift dabei auf ein Netzwerk zurück das bereits seit den frühen 1990iger Jahren existiert. Damals wurde das Schmuggelnetzwerk errichtet um den Sanktionen zu entgehen die gegen Saddam Hussein verhängt wurden. Schmuggler bringen dann das Öl weiter an die türkische Grenze. Die Transportmittel die dabei verwendet werden reichen von klassischen Tanklastern über Traktoren bis hin zu Eseln. Auf den Weltmarkt dürftet das so verarbeitete Öl allerdings nicht gelangen, Großabnehmer findet der IS nicht.

Preislich verschleudert der IS das Öl um es schnell in Geld umzuwandeln, die verlangten Preise dürften bei ungefähr 20$ pro Barrel liegen, also nicht mal die Hälfte des aktuellen Marktpreises.

http://kurdischenachrichten.com/2014/11/erstmals-kurden-verhaftet-weil-is-oel-geschmuggelt-wurde/#sthash.hRdy0pjB.dpbs

http://www.wsj.de/nachrichten/SB11828383211784233876504580157333303504038

http://www.spiegel.de/politik/ausland/is-islamischer-staat-irak-erobert-offenbar-raffinerie-baidschi-zurueck-a-1003604.html

http://www.breakingnews.com/topic/bayji-s-alah-ad-din-iq/

http://www.dw.de/durch-%C3%B6lschmuggel-zum-kalifat/a-17963954

2. Schmuggel von Antiquitäten

Der IS hat auf seinem Eroberungsfeldzug quer durch Syrien und den Irak mehrer historisch bedeutende Städte und Stätten eingenommen und geplündert. Mehr als 10.000 historische Stätten befinden sich auf dem vom IS kontrollierten Gebiet. Dabei werden sowohl Ausstellungsstücke aus Museen gestohlen, aber auch Ausgrabungsstätten geplündert oder es werden zum Teil auch selbst Raubgrabungen durchgeführt. Zusätzlich erhalten die Jihadisten auch Kunstschätze und Antiquitäten von Privatpersonen, die diese aus Verzweiflung an die Terroristen verkaufen. Die so erbeuteten Antiquitäten und Kunstschätze werden über Zwischenhändler an große Netzwerke verkauft die auf Antiquitätenschmuggel und Schwarzmarktgeschäfte spezialisiert sind. Beliebte Handelsplätze dafür sind dann die Schweiz oder die Vereinigten Arabischen Emirate. Dort werden die Antiquitäten mit gefälschten Papieren ausgestattet und über Auktionen verkauft. Schlussendlich landen sie so dann bei privaten Sammlern und Museen die oft über die zweifelhafte Herkunft nicht bescheid wissen.

Wie viel der IS tatsächlich mit Antiquitätenschmuggel verdient kann derzeit nicht gesagt werden, da auch noch immer Antiquitäten aus legalen Quellen am Weltmarkt gehandelt werden. Daher plädieren Experten auch dafür den Handel mit Kunstschätzen aus dieser Region zu sperren um einen Verkauf zumindest am offiziellen Markt zu verunmöglichen. So lange dies aber nicht der Fall ist dürften die Jihadisten mehrere Millionen mit dem Handel von Kunstschätzen verdienen.

http://www.deutschlandfunk.de/islamisten-miliz-kunsthandel-spuelt-millionen-in-isis.691.de.html?dram:article_id=291558

http://www.theguardian.com/world/2014/jun/15/iraq-isis-arrest-jihadists-wealth-power

http://jungefreiheit.de/service/archiv/?www.jf-archiv.de/archiv14/201428070430.htm

http://www.welt.de/politik/ausland/article134480185/So-wollen-die-UN-den-Islamischen-Staat-besiegen.html

3. Steuern

Die wichtigste Steuer für den IS ist wohl die Jihad-Steuer die der IS von der Bevölkerung und von Unternehmen einhebt. Dabei handelt es sich um eine Art Solidaritätsabgabe für die Weiterführung des Krieges. Zusätzlich erhebt der IS in weiten Teilen des von ihnen kontrollierten Gebietes eine Art Wegzoll direkt an extra dafür errichteten Checkpoints. Auch an den vom IS kontrollierten Grenzübergängen werden diese Wegzölle eingehoben. Zusätzlich wird von Angehörigen anderer Religionen noch eine Art Schutzgeld eingehoben, sofern diese nicht bereits hingerichtet oder vertrieben wurden.  

http://www.spiegel.de/politik/ausland/die-isis-milizen-sind-durch-raubzuege-reich-geworden-a-975387.html

http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/thema_nt/article129365022/Die-Mafia-Methoden-der-Terrorgruppe-Isis.html

4. Lösegeld, Erpressung und Kriegsbeute

Bekannt und berüchtigt wurde der IS auch durch die brutalen Enthauptungen seiner Geiseln. Diese Enthauptungen werden vom IS vor Kamera inszeniert um so weitere Aufmerksamkeit für die anderen, noch lebenden Geiseln zu erhalten. Das ist zum einen eine politische Botschaft aber auch Ende eines dahinterstehenden Geschäftsmodells. Vor allem ausländische Journalisten und Hilfsarbeiter sind als Entführungsopfer „beliebt“, das liegt daran dass bei ihrer Entführung höchste mediale Aufmerksamkeit in ihren Heimatländern garantiert ist und, so denken die Terroristen die Zahlung von Lösegeld wahrscheinlicher ist. Die Dabei verlangten Summen rangieren dabei zwischen einigen wenigen Millionen bis zu – wie im neuesten Fall der beiden entführten Japaner – mehreren hundert Millionen Dollar. Die Geiseln kommen während den Verhandlungen mittlerweile höchstwahrscheinlich in ein zentrales, unterirdisches Gefängnis nahe Raqqa. Dort werden die Häftlinge dann teilweise gefoltert, teilweise „verhört“ und es werden Videobotschaften mit ihnen aufgezeichnet die sich an ihre Heimatstaaten richten. Von einigen Geiseln wie z.B. dem Amerikaner James Foley ist bekannt dass sie Gefangenschaft zum Islam konvertierten. Werden die Forderungen der Terroristen nicht erfüllt folgt früher oder später die Enthauptung – so auch im Falle von James Foley. Gerade die USA und England sind bekannt dafür keine Lösegelder zu bezahlen, daher sind es auch die Geiseln dieser Länder die am häufigsten für die grausame Inszenierung herhalten müssen.

http://www.nytimes.com/2014/10/26/world/middleeast/horror-before-the-beheadings-what-isis-hostages-endured-in-syria.html

http://www.nytimes.com/interactive/2014/10/24/world/middleeast/the-fate-of-23-hostages-in-syria.html?_r=0

http://edition.cnn.com/2015/01/22/opinion/ransom-keatinge/

5. Sklavenhandel

Ein ebenso grausame Einnahmequelle wie die der Entführungen ist der Handel, mit vor allem jesuitischen Sklaven. Besonders junge Frauen und Mädchen sind beliebt um mit ihnen vor und außerhalb der Ehe Sex zu haben. Rechtfertigung für diese Praxis finden die IS-Terroristen unter anderem in der Sure al-Nisa, dort heißt es „Und wer von euch nicht vermögend genug ist, um gläubige Frauen zu heiraten, der heirate von dem Besitz eurer rechten Hand unter euren gläubigen Mägden“, dabei wird Mägde als Sklavin interpretiert. Zusätzlich berufen sie sich auf das Recht der „Genußehe“ oder auch „Zeitehe“ um die Sklavinnen nach einiger Zeit, oder auch schon nach einer Stunde einfach wieder auf den Markt zu werfen. Wieviele Einnahmen durch diesen Sklavenhandel entstehen ist nicht bekannt, bekannt ist nur dass mehrere tausend Jesidinnen verschleppt und versklavt wurden, wie es ihnen dabei erging legte Ende vergangenen Jahres ein Bericht von Amnesty International offen (siehe nachfolgende Links). Wie es auf diesen Sklavenmärkten zugeht zeigt ein Video das im Herbst vergangenen Jahres erschienen ist – https://vimeo.com/110927634.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3875496/Von-IS-verschleppt_Sie-verkaufen-Frauen-auf-Sklavenmaerkten

http://www.eslam.de/begriffe/z/zeitehe.htm

http://islam.de/1411.php

http://www.zeit.de/politik/2014-12/amnesty-bericht-jesiden

http://www.amnesty.org/en/news/iraq-yezidi-women-and-girls-face-harrowing-sexual-violence-2014-12-23

6. Spenden aus dem Ausland

Der IS dürfte seit Beginn seiner „Tätigkeit“ vor Allem aus Saudi Arabien und den autokratisch regierten Staaten am Golf Gelder erhalten. Diese Gelder stammen nicht von den Staaten selbst sondern von reichen Geschäftsleuten und Firmen die diese Spenden als „Dienst am Glauben“ sehen. Was mit den Geldern passiert wird dabei zumindest geduldet, wenn es nicht sogar erwünscht ist. Zu Beginn war der IS von diesen Spenden abhängig aber seit einiger Zeit versorgt sich der islamische Staat selbst mit Geld. Aber zumindest einen Teil ihrer Waffen und Ausrüstung bezieht. Der syrisch-katholische Patriarch Ignatius Joseph III. Yonan wirft in diesem Zusammenhang dem Westen vor diese Praktiken zu billigen um weiterhin Öl aus den Golfstaaten zu erhalten.

http://www.sueddeutsche.de/politik/einnahmequellen-der-isis-beim-geld-hoert-die-feindschaft-auf-1.2012129

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/islamischer-staat-gotteskrieger-finanzierung-syrien-irak

http://www.bbc.com/news/world-middle-east-30393832

Zusammenfassend kann man sagen dass es dem islamischen Staat gelungen ist seine Finanzierung unabhängig von externen Quellen zu machen. Das ist es auch was den IS so gefährlich macht, sagt Tom Keatinte, Experte für Terrorfinanzierung. Die Terroristen entziehen sich damit jedem politischen Druck der auf „verbündete“ Staaten ausgeübt werden könnte. Wichtiges Ziel ist es also die Geldquellen versiegen zu lassen, aber bei einer so breit aufgestellten Finanzierung dürfte das den Westen noch eine Weile vor Schwierigkeiten stellen, auch weil über die genauen Wege und Mittel der Terroristen nur sehr wenig bekannt ist.

Veröffentlicht unter http://fm4.orf.at/stories/1753468/

Wir Kinder vom Yppenplatz.

Yppenplatz, 1160 Wien, vor ein paar Jahren noch Ghetto, jetzt werden auf alte marode Häuser Penthäuser draufgesetzt – da freut sich der Immobilienmarkt. Auf der einen Seite endet der Brunnenmarkt, wo man noch stolz ist auf Tomaten groß wie Kinderköpfe und auf der anderen Seite der frei- und samstägliche Bauermarkt wo auf gewollt schief aufgestellten Kisten ebenso schiefes Obst um verrückt überhöhte Preise verkauft werden. Ja Yppenplatz du bist das Gesicht der Gentrifizierung in Wien. Aber zwischen den beiden Märkten gibts noch einen dritten Markt, die Kunden dieses Marktes kennt vor allem von der UBahn Station Josefstädter Straße. Sie haben blaue Lippen, glasige Augen, treten manchmal Radfahrer von ihren Rädern aber meistens wollen sie nur eins: Drogen – kaufen und verkaufen.

Umschlagplatz ist die U-Bahnstation selbst und der Yppenplatz, das dürfte zum einen mit der Nähe zur Josefstädterstraße aber auch mit den Gegebenheiten vor Ort zu tun haben. Auf zwei Seiten des Platzes sind Mauern. Dazwischen ist viel Platz man sieht also jeden Verdächtigen von Weitem kommen. Hier wird mit so ziemlich allem gehandelt – von Klassikern wie MDMA und Marihuana über Substis bis zu für unseren Markt neue Dinge wie Crystal und Wizard. Wie läuft also jetzt ein Deal hier ab? Durch die „natürlichen“ Gegebenheiten hat sich hier ein recht schlaues System etabliert. Man wird entweder von älteren Dealern oder von ihren Mulis auf Fahrrädern, meist nicht strafmündige Burschen, angesprochen – gibt dann seine Bestellung auf und dann wird die Ware geholt. Versteckt sind die Drogen in kleinen Portionen in den Tischen des Platzes, im Kies des Kinderspielplatzes oder auf den Grüninseln des „Parkes“. Die Lieferanten der Drogen sind in so gut wie allen Fällen nicht strafmündige Jugendliche auf Fahrrädern. Warum? Zum einem weil man auf einem Fahrrad schnell weiterkommt und zum Anderen weil sie eben nicht strafmündig sind. Die Depots sind unter ständiger Bewachung, die „Wachen“ hocken dabei höchst unauffällig Stunden auf Parkbänken und starren auf die entsprechenden Flecken am Yppenplatz. Alle paar Stunden stehen sie trotzdem nervös auf und graben unruhig nach den versteckten Drogen und kontrollieren ob noch alles da ist. Immer wieder kommt es zwischen Konsumenten und Dealern zu Auseinandersetzungen, niedergestochene Jugendliche und Schlägereien gehören scheinbar einfach dazu. Gefahr für Unbeteiligte dürfte allerdings nicht wirklich bestehen – die Aggressionen richten sich meist gegen die eigene „Gruppe“.

Konsumiert werden die Drogen gerne in der näheren Umgebung oder direkt am Platz. Besonders beliebt das öffentliche Toilettenhäuschen. Aber dank Postschlüssel erfreuen sich auch die Häuser in der näheren Umgebung großer Beliebtheit. Im Winter werden so die Häuser der Umgebung nicht nur Ort des Konsums sondern oft auch Wohnort für die meist Obdachlosen Konsumenten.



Notschlafstellen gibt es zwar auch in nächster Umgebung genug (z.B. das Vinzihaus auf der Ottakringerstraße) allerdings sind dort nur Gäste willkommen die weder Alkohol noch Drogen konsumiert haben. So versuchen die Konsumenten oft gar nicht mehr dort unter zu kommen sondern wählen im Sommer den Park als Schlafplatz und im Winter eben Heizräume, E-Zählerräume und generell jedes Versteck das sich in einem Haus anbietet.

Bleibt die Frage was man tun kann? Nicht wirklich viel: die Polizei ist präsent, das stört aber niemanden, die Verstecke zu plündern wird auch zu nichts führen. Also einfach damit leben?