Silicon Valley – die Zukunft?

Das Silicon Valley ist ein recht kleines Gebiet südlich von San Francisco und zieht sich bis San Jose. Mit der Errichtung des ersten Industrieparks der Region durch die Stanford University 1951 begann der wirtschaftliche Aufschwung. Heute ist das Silicon Valley das technologische Zentrum und Herz der Welt – hier sitzen Apple, Google, Intel, Adobe und viele mehr. Insgesamt sitzen hier über 3000 Unternehmen unterschiedlicher Größe – 25% der Bevölkerung des Valleys arbeiten direkt in diesen Unternehmen, Schätzungen zu Folge profitieren über 80% der Bevölkerung von den Unternehmen (und das ist wohl noch pessimistisch geschätzt). Zusätzlich gilt die Gegend auch als Motor der Innovation, Ideen die hier erfolgreich sind, können es überall sein. In der Technologiewelt ist es also nicht mehr New York, sondern Orte wie Cuppertino, Palo Alto und San Jose. Junge Programmierer, Designer und Unternehmer aus der ganzen Welt zieht es nach Kalifornien um hier ein Teil von etwas zu werden was im großen und ganzen wohl als die Zukunft unserer Wirtschaft zu sehen ist.

Nur Trial und Error oder doch mehr?

Fragt man in den letzten Jahren irgendjemanden zum Thema Silicon Valley hört man auf die meisten Fragen immer die gleiche Antwort: Die Stärke der Amerikaner liegt im Scheitern und danach Wiederaufstehen. Und ja das stimmt natürlich schon sagt Markus Wagner, Gründer von i5invest der selbst ein Unternehmen ins Silicon Valley verkaufen konnte. Allerdings ist das nur ein Teil der Wahrheit, für den Erfolg essentiell sind hier gute Netzwerke, gute Entwickler und ganz im generellen hervorragende Technologie. Um dann noch zu dem Promill zu gehören dass für astronimische Summen verkauft wird braucht es aber vor allem eines: den Ausblick auf Einnahmen – ein Geschäftsmodell also. Und spätestens hier hört „Trial and Error“ auf, hat man kein funktionierendes Geschäftsmodell hat man recht schnell kein Unternehmen mehr.

 

ZiB Magazin – Österreichische StartUps im Silicon Valley from Florian Matscheko on Vimeo.

mit i5invest, indoo.rs, cyberith.

 

Las Vegas

Es ist 14.20 – im Fernsehen läuft der Frauen Bowling World Championship und ich bin seit gut 24 Stunden alleine in Las Vegas. Alleine in einer Stadt zu sein die Projektionsfläche für Spass und eine Hülle für Ekstase sein soll ist nicht ganz einfach. Geht man Abends auf die Straße, auf die eine Straße wo auch andere Menschen sind – den Strip – steht man in einer gigantischen Gruppe von Gruppen die scheinbar feiern dass man plötzlich auf der Straße saufen darf. Was bei uns ein normaler Mittwoch Nachmittag ist, reicht in den USA für den Inbegriff von Sin-City. Las Vegas soll wild sein, alles was es ist ist aber erbärmlich. Unglaublich stumpfe, hässliche Menschen ziehen durch die Straße mit riesigen Plastikvasen aus denen sie irgendwas trinken.

Die Stimmung ist hier genau so künstlich wie der Geruch in den riesigen Hotels, aus Bodenlautsprechern läuft rund um die Uhr schlechter Techno egal wo man sich aufhält am Strip und auf Pool Partys tritt Steve Aoki auf. Dazu kommt noch die allgegewnwärtige Prostitution, die in Las Vegas streng genommen nicht legal ist, sonst überall in Nevada aber schon, das stört hier aber scheinbar niemanden. Auf der Straße werden von alten Frauen mit grellen „Girls, Girls, Girls“ Flyer mit Telefonnummern von Private Dancern verteilt. Wie der Tanz dann aussieht kann man sich leicht ausrechnen.

Also was tut man in so einer Stadt? Richtig: nicht viel. Zwei mal den Strip rauf und runter gehen und man hats gesehen. Die Shows besuchen? David Copperfield? Britney Spears? Na eher nicht. Interessanterweise treten hier aber auch Leute wie Ghostface Killah vom Wu-Tang Clan auf – und zwar in einem Lokal in dem man sonst Chicken Wings isst. Tja was bleibt sonst noch? Outlet-Center irgendwo außerhalb und halt der übliche internationale Designerschmuh in den Hoteleinkaufszentren (inklusive aufgemalten Himmel yeah!). Ja dann noch spielen: Fühlt sich bissl wie im mittlerweile geschlossenem Automatencasino im Prater an. Dann noch Essen, jede Kette ist vertreten – mit langer Schlange vor der Tür. Also besser Sandwich vom Wallgreens und ESPN im Hotelfernseher.

Achja und Messe war natürlich auch, die NAB. Was gabs zu sehen? Neue Kameras von Blackmagic, neue Software von Avid und ein Versuch von Microsoft innovativ zu sein.

RoundUp Absturzursachen lt. Verschwörungstheoretikern

Man ist sich uneins im Land der Verschwörungstheoretiker – ein Flugzeug ist abgestürzt und es gibt zu viele Gründe für das warum, ein kurzes Roundup:

1. Ein satanisches Ritual

Satanische Rituale passieren – glaubt man den Internetexperten – so ziemlich jeden Tag auch der 24.3., also der Tag des Absturzes war wieder mal ein satanisches Fest, um genau zu sein ein Opferfest, das so genannte Fest des Tieres. Dabei sollen 16-Jährige Mädchen in einer festlichen Zeremonie zur Braut Satans werden und 16-Jährige Mädchen waren auch in dem Flugzeug ganz klar also: der Teufel wars. Hinter diesen „Opferfesten“ steht übrigens ein satanischer Kult der globalen Elite.

2. Den Reptoiden geht die Energie aus

Die Reptoiden leben im Inneren der Erde, sind eine Art Eidechse und ernähren sich von Basen die in der Erde enthalten sind. Und jetzt hat es sich ergeben dass den Reptoiden die Energie ausgeht, daher muss geopfert werden und zwar ein Flugzeug voller Mensch. Wie aus einem Flugzeug Basen in der Erde werden muss man dazu nicht wirklich verstehen – die satanische Weltelite wirds schon richten.

3. Die USA senden eine Botschaft an Merkel

Um ein bisschen wegzukommen von Satan und Eidechsen eine eher politische Theorie: Merkel spurt nicht (wobei auch immer) und wird von Obama zu Recht gewiesen – Kampfjets der Nato haben demnach das Flugzeug einfach abgeschossen – daher ist auch so wenig übergeblieben – alles klar?

4. CERN

Das CERN in der Schweiz erfreut sich auch immer wieder großer Beliebtheit. Diesesmal hat angeblich das magentische Feld des CERN das Flugzeug vom Himmel gesaugt, warum es nur dieses eine erwischt hat bleibt offen, lässt sich aber vielleicht mit 1., 2., 3., 5. oder 6. erklären.

5. Patente waren an Bord

Der Klassiker unter den Verschwörungstheorien: Flugzeuge werden von verrückt gewordenen Rothschilds aus der Luft geholt weil ein paar Patentbesitzer auf den Flug gebucht waren. Um die Patente zu bekommen schießen die Rothschilds das Flugzeug einfach ab, wie diese Patente dann bei den Rothschilds über Vererbung oder ähnliche mystische Vorgänge landen sollen ist nicht klar.

6. Das Volk soll vom Sturm auf den Bundestag abgehalten werden

Glaubt man dem seriösen Medium publikative.org wird am 8. Mai der Bundestag gestürmt und glaubt man den „Experten“ wurde der Absturz inszeniert um das Volk davon abzuhalten. Wieso und warum beides passieren sollte wird wie immer höchst schlüssig mit „jetzt reichts“ erklärt.

Warum es wichtig ist Jihad-Touristen nach Österreich zurück zu lassen!

Vor einigen Monaten ist ein junger Wiener, frisch konvertiert, nach Syrien gezogen um dort nach einem besseren Leben im Kalifat zu suchen. Jetzt ist der Jugendliche nach Österreich zurückgekehrt. Nach eigenen Angaben hat er als Rettungsfahrer gearbeitet und wurde bei einem Angriff rund um Kobane schwer verletzt – ihm fehlt ein Teil seiner Milz, ein Lungenflügel und eine Niere. Geläutert stellt er sich bei seiner Einreise am Wiener Flughafen den Behörden und ist voll geständig.

In Österreich wurde nach Bekanntwerden der überraschend hohen Zahlen der nach Syrien gegangen Jugendlichen die Forderung laut ihnen den Pass zu entziehen. Laut einer aktuellen OGM Studie können sich 88% der ÖsterreicherInnen mit dieser Forderung anfreunden, das ist gemeinsam mit der Forderung nach temporären, unangekündigten Grenzkontrollen auch der „größte Wunsch“ der Bevölkerung.

Aber genau das, das Verhindern der Rückkehr, dürfte der falsche Weg sein. Denn zum einen können nur die Rückkehrer einen Einblick in die Strukturen des IS geben, die es ermöglichen dass 16-Jährige unbemerkt in ein Kriegsgebiet ziehen um dort zu kämpfen. Nur auf diesem Weg ist es möglich die Menschen zu finden die Jugendliche dazu überreden in den Krieg zu ziehen. Verhindern wir eine solche Rückkehr berauben wir uns der Chance Einblicke in diese Netzwerke zu erhalten.

Zum Anderen stärkt es letzten Endes den islamischen Staat in seiner Argumentation dass der „Westen“ nichts mehr mit den in Syrien Kämpfenden zu tun haben will und daher eine Rückkehr sowieso ausgeschlossen ist. Unsere Gesellschaft und unsere Rechtssprechung muss stark genug sein, junge Menschen die, vielleicht durch unwahre Versprechungen, verführt wurden in einen Krieg zu ziehen der nicht der ihre ist, wieder integrieren zu können. Denn ich glaube die wahre Stärke einer Gesellschaft zeigt sich darin wie sie mit Leuten umgeht, die versuchen diese Gesellschaft zu zerstören.

#StayMuslimDontVote Kampagne in England

Am 7. Mai 2015 wählen die Briten ihr Unterhaus neu. Während die Parteien im Wahlkampf sind rufen britische Salafisten dazu auf die Wahlen generell zu boykottieren – Begründung dafür: Allah ist die einzige gesetzgebende Gewalt und nur Allah darf entscheiden was Recht und was Unrecht ist – ein Parlament bzw. generell Politik ist damit nutzlos. Wer genau hinter der Aktion steht ist unklar – Sprecher der Kampagne ist der Extremist Anjem Choudary, dieser hat unter anderem die Organisation Islam4Uk gegründet. Diese und eine weitere von ihm gegründete Organisation wurden von den britischen Behörden als terroristisch eingestuft und verboten. Seit Wochen fordert die Kampagne online unter dem Hashtag #staymuslimdontvote Muslime auf nicht zur Wahl zu gehen.

Mittlerweile gibt es auch Demonstrationen und Straßenaktionen in denen Muslime dazu aufgefordert werden nicht zur Wahl zu gehen.

Anhänger findet die Kampagne vor Allem unter Jihadisten und Salafisten die besonders die Forderung nach Einführung der Sharia in England unterstützen.

https://twitter.com/ummusmaan1/status/576291223553601537

https://twitter.com/naayacaliyo/status/575241412230410240

Ob die Kampagne tatsächlich Einfluss auf das Wahlverhalten haben wird, wird sich erst zeigen, allerdings ist das meines Wissens der erste Versuch von Salafisten und Jihadisten direkten Einfluss auf politische Prozesse in Europa zu nehmen.

IS-Finanzierung Roundup

30.000 Jihadisten aus der ganzen Welt kontrollieren für den selbsternannten Kalifen al-Bagdadi den islamischen Staat in Syrien und im Irak. Bezahlt werden sie wie „normale“ Soldaten, aus der Staatskasse des islamischen Staates. Diese dürfte bislang gut gefüllt sein. Einnahmen aus Ölhandel, Schmuggel von Antiquitäten, Steuern, Erpressung und Kriegsbeute spülen monatlich Millionen in die Kassen des Staates. Mit den Geldern finanziert wird nicht nur der Kampf sondern der IS hat auch ein Art jihadistischen Sozialstaat aufgebaut. So erhalten verheiratete Kämpfer zusätzliche finanzielle Mittel um ihre Familien zu versorgen. Auch für den Transport ist gesorgt, in Mossul und in Raqqa stehen öffentliche Verkehrsmittel kostenlos zur Verfügung. Ebenfalls weiterbezahlt werden die Beamten, die den Staat am Laufen halten sollen – damit sorgt der islamische Staat bis zu einem gewissen Grad für Sicherheit. Jedes Monat gibt es Löhne, Menschen die sich an die Spielregeln der Terroristen halten haben nichts zu befürchten. Der Terrorismusfinanzierungsexperte Tom Keatinge geht davon aus dass der islamische Staat über den Militärhaushalt eines kleinen europäischen Staates verfügt.

Aber woher kommen die Einnahmen genau und wie funktioniert das Finanzsystem des IS? Der Versuch einer Annäherung.

Grundsätzlich muss man vorausschicken dass man keine exakten Angaben über die Einkünfte aus den unterschiedlichen Quellen machen kann, Informationen aus dem Inneren des IS gibt es dafür zu wenige. So sind alle diese Punkte im besten Fall auch nur eine Sammlung von Indizien.

1. Ölhandel

Große Teile des Einkommens des IS dürften aus Ölhandel stammen. Das Öl das dabei verkauft wird stammt aus Ölfelder die im Zuge der Kampfhandlungen unter die Kontrolle der Terrormiliz kamen. Dabei handelt es sich vor allem um Ölfelder im Osten Syriens die bis vor Kurzem noch unter Kontrolle von westlichen Unternehmen standen. Zusätzlich zapfen sie auch Öl aus Pipelines die durch ihre Regionen laufen ab. Insgesamt – so schätzt man – dürften die Miliz täglich 100.000 Barrel am Tag „fördern“. Das entspricht beim derzeitigen Marktpreis in etwa 5.700.000$. Das Rohöl wird anschließend zu ebenfalls besetzten Raffinerien gebracht wo das Öl weiter zu Benzin und anderen Produkten verarbeitet wird. Wichtigste Anlage für dieses Geschäft war Baidschi. Diese dürfte aber bereits im November von der irakischen Armee zurückerobert worden sein. Welche zentrale Positionen diese Anlage für die Finanzierung der Geschäfte des IS hatte zeigt mit welcher Hartnäckigkeit sie versuchen die Anlage zurück zu erobern. Um flexibel zu sein wurden bereits mehrere „Behelfsraffinerien“ errichtet um auch lokal Öl weiterverarbeiten zu können.

Nach der Weiterverarbeitung wird das Öl zumeist direkt im Irak, in Syrien oder in der Türkei weiterverkauft. Der IS greift dabei auf ein Netzwerk zurück das bereits seit den frühen 1990iger Jahren existiert. Damals wurde das Schmuggelnetzwerk errichtet um den Sanktionen zu entgehen die gegen Saddam Hussein verhängt wurden. Schmuggler bringen dann das Öl weiter an die türkische Grenze. Die Transportmittel die dabei verwendet werden reichen von klassischen Tanklastern über Traktoren bis hin zu Eseln. Auf den Weltmarkt dürftet das so verarbeitete Öl allerdings nicht gelangen, Großabnehmer findet der IS nicht.

Preislich verschleudert der IS das Öl um es schnell in Geld umzuwandeln, die verlangten Preise dürften bei ungefähr 20$ pro Barrel liegen, also nicht mal die Hälfte des aktuellen Marktpreises.

http://kurdischenachrichten.com/2014/11/erstmals-kurden-verhaftet-weil-is-oel-geschmuggelt-wurde/#sthash.hRdy0pjB.dpbs

http://www.wsj.de/nachrichten/SB11828383211784233876504580157333303504038

http://www.spiegel.de/politik/ausland/is-islamischer-staat-irak-erobert-offenbar-raffinerie-baidschi-zurueck-a-1003604.html

http://www.breakingnews.com/topic/bayji-s-alah-ad-din-iq/

http://www.dw.de/durch-%C3%B6lschmuggel-zum-kalifat/a-17963954

2. Schmuggel von Antiquitäten

Der IS hat auf seinem Eroberungsfeldzug quer durch Syrien und den Irak mehrer historisch bedeutende Städte und Stätten eingenommen und geplündert. Mehr als 10.000 historische Stätten befinden sich auf dem vom IS kontrollierten Gebiet. Dabei werden sowohl Ausstellungsstücke aus Museen gestohlen, aber auch Ausgrabungsstätten geplündert oder es werden zum Teil auch selbst Raubgrabungen durchgeführt. Zusätzlich erhalten die Jihadisten auch Kunstschätze und Antiquitäten von Privatpersonen, die diese aus Verzweiflung an die Terroristen verkaufen. Die so erbeuteten Antiquitäten und Kunstschätze werden über Zwischenhändler an große Netzwerke verkauft die auf Antiquitätenschmuggel und Schwarzmarktgeschäfte spezialisiert sind. Beliebte Handelsplätze dafür sind dann die Schweiz oder die Vereinigten Arabischen Emirate. Dort werden die Antiquitäten mit gefälschten Papieren ausgestattet und über Auktionen verkauft. Schlussendlich landen sie so dann bei privaten Sammlern und Museen die oft über die zweifelhafte Herkunft nicht bescheid wissen.

Wie viel der IS tatsächlich mit Antiquitätenschmuggel verdient kann derzeit nicht gesagt werden, da auch noch immer Antiquitäten aus legalen Quellen am Weltmarkt gehandelt werden. Daher plädieren Experten auch dafür den Handel mit Kunstschätzen aus dieser Region zu sperren um einen Verkauf zumindest am offiziellen Markt zu verunmöglichen. So lange dies aber nicht der Fall ist dürften die Jihadisten mehrere Millionen mit dem Handel von Kunstschätzen verdienen.

http://www.deutschlandfunk.de/islamisten-miliz-kunsthandel-spuelt-millionen-in-isis.691.de.html?dram:article_id=291558

http://www.theguardian.com/world/2014/jun/15/iraq-isis-arrest-jihadists-wealth-power

http://jungefreiheit.de/service/archiv/?www.jf-archiv.de/archiv14/201428070430.htm

http://www.welt.de/politik/ausland/article134480185/So-wollen-die-UN-den-Islamischen-Staat-besiegen.html

3. Steuern

Die wichtigste Steuer für den IS ist wohl die Jihad-Steuer die der IS von der Bevölkerung und von Unternehmen einhebt. Dabei handelt es sich um eine Art Solidaritätsabgabe für die Weiterführung des Krieges. Zusätzlich erhebt der IS in weiten Teilen des von ihnen kontrollierten Gebietes eine Art Wegzoll direkt an extra dafür errichteten Checkpoints. Auch an den vom IS kontrollierten Grenzübergängen werden diese Wegzölle eingehoben. Zusätzlich wird von Angehörigen anderer Religionen noch eine Art Schutzgeld eingehoben, sofern diese nicht bereits hingerichtet oder vertrieben wurden.  

http://www.spiegel.de/politik/ausland/die-isis-milizen-sind-durch-raubzuege-reich-geworden-a-975387.html

http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/thema_nt/article129365022/Die-Mafia-Methoden-der-Terrorgruppe-Isis.html

4. Lösegeld, Erpressung und Kriegsbeute

Bekannt und berüchtigt wurde der IS auch durch die brutalen Enthauptungen seiner Geiseln. Diese Enthauptungen werden vom IS vor Kamera inszeniert um so weitere Aufmerksamkeit für die anderen, noch lebenden Geiseln zu erhalten. Das ist zum einen eine politische Botschaft aber auch Ende eines dahinterstehenden Geschäftsmodells. Vor allem ausländische Journalisten und Hilfsarbeiter sind als Entführungsopfer „beliebt“, das liegt daran dass bei ihrer Entführung höchste mediale Aufmerksamkeit in ihren Heimatländern garantiert ist und, so denken die Terroristen die Zahlung von Lösegeld wahrscheinlicher ist. Die Dabei verlangten Summen rangieren dabei zwischen einigen wenigen Millionen bis zu – wie im neuesten Fall der beiden entführten Japaner – mehreren hundert Millionen Dollar. Die Geiseln kommen während den Verhandlungen mittlerweile höchstwahrscheinlich in ein zentrales, unterirdisches Gefängnis nahe Raqqa. Dort werden die Häftlinge dann teilweise gefoltert, teilweise „verhört“ und es werden Videobotschaften mit ihnen aufgezeichnet die sich an ihre Heimatstaaten richten. Von einigen Geiseln wie z.B. dem Amerikaner James Foley ist bekannt dass sie Gefangenschaft zum Islam konvertierten. Werden die Forderungen der Terroristen nicht erfüllt folgt früher oder später die Enthauptung – so auch im Falle von James Foley. Gerade die USA und England sind bekannt dafür keine Lösegelder zu bezahlen, daher sind es auch die Geiseln dieser Länder die am häufigsten für die grausame Inszenierung herhalten müssen.

http://www.nytimes.com/2014/10/26/world/middleeast/horror-before-the-beheadings-what-isis-hostages-endured-in-syria.html

http://www.nytimes.com/interactive/2014/10/24/world/middleeast/the-fate-of-23-hostages-in-syria.html?_r=0

http://edition.cnn.com/2015/01/22/opinion/ransom-keatinge/

5. Sklavenhandel

Ein ebenso grausame Einnahmequelle wie die der Entführungen ist der Handel, mit vor allem jesuitischen Sklaven. Besonders junge Frauen und Mädchen sind beliebt um mit ihnen vor und außerhalb der Ehe Sex zu haben. Rechtfertigung für diese Praxis finden die IS-Terroristen unter anderem in der Sure al-Nisa, dort heißt es „Und wer von euch nicht vermögend genug ist, um gläubige Frauen zu heiraten, der heirate von dem Besitz eurer rechten Hand unter euren gläubigen Mägden“, dabei wird Mägde als Sklavin interpretiert. Zusätzlich berufen sie sich auf das Recht der „Genußehe“ oder auch „Zeitehe“ um die Sklavinnen nach einiger Zeit, oder auch schon nach einer Stunde einfach wieder auf den Markt zu werfen. Wieviele Einnahmen durch diesen Sklavenhandel entstehen ist nicht bekannt, bekannt ist nur dass mehrere tausend Jesidinnen verschleppt und versklavt wurden, wie es ihnen dabei erging legte Ende vergangenen Jahres ein Bericht von Amnesty International offen (siehe nachfolgende Links). Wie es auf diesen Sklavenmärkten zugeht zeigt ein Video das im Herbst vergangenen Jahres erschienen ist – https://vimeo.com/110927634.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3875496/Von-IS-verschleppt_Sie-verkaufen-Frauen-auf-Sklavenmaerkten

http://www.eslam.de/begriffe/z/zeitehe.htm

http://islam.de/1411.php

http://www.zeit.de/politik/2014-12/amnesty-bericht-jesiden

http://www.amnesty.org/en/news/iraq-yezidi-women-and-girls-face-harrowing-sexual-violence-2014-12-23

6. Spenden aus dem Ausland

Der IS dürfte seit Beginn seiner „Tätigkeit“ vor Allem aus Saudi Arabien und den autokratisch regierten Staaten am Golf Gelder erhalten. Diese Gelder stammen nicht von den Staaten selbst sondern von reichen Geschäftsleuten und Firmen die diese Spenden als „Dienst am Glauben“ sehen. Was mit den Geldern passiert wird dabei zumindest geduldet, wenn es nicht sogar erwünscht ist. Zu Beginn war der IS von diesen Spenden abhängig aber seit einiger Zeit versorgt sich der islamische Staat selbst mit Geld. Aber zumindest einen Teil ihrer Waffen und Ausrüstung bezieht. Der syrisch-katholische Patriarch Ignatius Joseph III. Yonan wirft in diesem Zusammenhang dem Westen vor diese Praktiken zu billigen um weiterhin Öl aus den Golfstaaten zu erhalten.

http://www.sueddeutsche.de/politik/einnahmequellen-der-isis-beim-geld-hoert-die-feindschaft-auf-1.2012129

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/islamischer-staat-gotteskrieger-finanzierung-syrien-irak

http://www.bbc.com/news/world-middle-east-30393832

Zusammenfassend kann man sagen dass es dem islamischen Staat gelungen ist seine Finanzierung unabhängig von externen Quellen zu machen. Das ist es auch was den IS so gefährlich macht, sagt Tom Keatinte, Experte für Terrorfinanzierung. Die Terroristen entziehen sich damit jedem politischen Druck der auf „verbündete“ Staaten ausgeübt werden könnte. Wichtiges Ziel ist es also die Geldquellen versiegen zu lassen, aber bei einer so breit aufgestellten Finanzierung dürfte das den Westen noch eine Weile vor Schwierigkeiten stellen, auch weil über die genauen Wege und Mittel der Terroristen nur sehr wenig bekannt ist.

Veröffentlicht unter http://fm4.orf.at/stories/1753468/

Wir Kinder vom Yppenplatz.

Yppenplatz, 1160 Wien, vor ein paar Jahren noch Ghetto, jetzt werden auf alte marode Häuser Penthäuser draufgesetzt – da freut sich der Immobilienmarkt. Auf der einen Seite endet der Brunnenmarkt, wo man noch stolz ist auf Tomaten groß wie Kinderköpfe und auf der anderen Seite der frei- und samstägliche Bauermarkt wo auf gewollt schief aufgestellten Kisten ebenso schiefes Obst um verrückt überhöhte Preise verkauft werden. Ja Yppenplatz du bist das Gesicht der Gentrifizierung in Wien. Aber zwischen den beiden Märkten gibts noch einen dritten Markt, die Kunden dieses Marktes kennt vor allem von der UBahn Station Josefstädter Straße. Sie haben blaue Lippen, glasige Augen, treten manchmal Radfahrer von ihren Rädern aber meistens wollen sie nur eins: Drogen – kaufen und verkaufen.

Umschlagplatz ist die U-Bahnstation selbst und der Yppenplatz, das dürfte zum einen mit der Nähe zur Josefstädterstraße aber auch mit den Gegebenheiten vor Ort zu tun haben. Auf zwei Seiten des Platzes sind Mauern. Dazwischen ist viel Platz man sieht also jeden Verdächtigen von Weitem kommen. Hier wird mit so ziemlich allem gehandelt – von Klassikern wie MDMA und Marihuana über Substis bis zu für unseren Markt neue Dinge wie Crystal und Wizard. Wie läuft also jetzt ein Deal hier ab? Durch die „natürlichen“ Gegebenheiten hat sich hier ein recht schlaues System etabliert. Man wird entweder von älteren Dealern oder von ihren Mulis auf Fahrrädern, meist nicht strafmündige Burschen, angesprochen – gibt dann seine Bestellung auf und dann wird die Ware geholt. Versteckt sind die Drogen in kleinen Portionen in den Tischen des Platzes, im Kies des Kinderspielplatzes oder auf den Grüninseln des „Parkes“. Die Lieferanten der Drogen sind in so gut wie allen Fällen nicht strafmündige Jugendliche auf Fahrrädern. Warum? Zum einem weil man auf einem Fahrrad schnell weiterkommt und zum Anderen weil sie eben nicht strafmündig sind. Die Depots sind unter ständiger Bewachung, die „Wachen“ hocken dabei höchst unauffällig Stunden auf Parkbänken und starren auf die entsprechenden Flecken am Yppenplatz. Alle paar Stunden stehen sie trotzdem nervös auf und graben unruhig nach den versteckten Drogen und kontrollieren ob noch alles da ist. Immer wieder kommt es zwischen Konsumenten und Dealern zu Auseinandersetzungen, niedergestochene Jugendliche und Schlägereien gehören scheinbar einfach dazu. Gefahr für Unbeteiligte dürfte allerdings nicht wirklich bestehen – die Aggressionen richten sich meist gegen die eigene „Gruppe“.

Konsumiert werden die Drogen gerne in der näheren Umgebung oder direkt am Platz. Besonders beliebt das öffentliche Toilettenhäuschen. Aber dank Postschlüssel erfreuen sich auch die Häuser in der näheren Umgebung großer Beliebtheit. Im Winter werden so die Häuser der Umgebung nicht nur Ort des Konsums sondern oft auch Wohnort für die meist Obdachlosen Konsumenten.



Notschlafstellen gibt es zwar auch in nächster Umgebung genug (z.B. das Vinzihaus auf der Ottakringerstraße) allerdings sind dort nur Gäste willkommen die weder Alkohol noch Drogen konsumiert haben. So versuchen die Konsumenten oft gar nicht mehr dort unter zu kommen sondern wählen im Sommer den Park als Schlafplatz und im Winter eben Heizräume, E-Zählerräume und generell jedes Versteck das sich in einem Haus anbietet.

Bleibt die Frage was man tun kann? Nicht wirklich viel: die Polizei ist präsent, das stört aber niemanden, die Verstecke zu plündern wird auch zu nichts führen. Also einfach damit leben?

„I failed“

Whistleblower Thomas Drake hat lange für die NSA gearbeitet. Schon früh kritisiert er die Überwachung der eigenen Bürger.

9/11 löst in den USA eine bis dahin ungeahnte Überwachung der eigenen Bevölkerung aus. Die bisher für die Beobachtung von ausländischen Zielen eingesetzten Techniken und Mittel werden über Nacht gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt – denn die Terroristen hatten inmitten der amerikanischen Gesellschaft gelebt – für die Geheimdienste Grund genug, die Bürger auf Schritt und Tritt zu überwachen. Von da an erhält die NSA nahezu unbeschränkte finanzielle Mittel. „Dieser Anschlag war ein Geschenk“, sagt Thomas Drake. Er beginnt am 11. September 2001, für die NSA als Senior Executive zu arbeiten – Aufklärung wird zu seinem Beruf. Seine Aufgabe war nicht die Reaktion auf aktuelle Ereignisse, sondern das Auffinden von Warnhinweisen und Anhaltspunkten. Seine berufliche Laufbahn ist gemessen daran, was wir gemeinhin mit Spionmeinen, auf den ersten Blick ungewöhnlich.

Mitte der 90iger Jahre berät Thomas Drake im Silicon Valley unterschiedliche Start-Up-Unternehmen, darunter bereits weltweit erfolgreiche wie HP oder Sun Microsystems. Zur gleichen Zeit steht die NSA vor einer für den Geheimdienst neuen Herausforderung – dem Internet. Zu diesem Zeitpunkt ist die NSA weder technisch noch personell in der Lage, dieser Herausforderung Herr zu werden. So entschließt man sich zu einem für einen Geheimdienst ungewöhnlichen Schritt: man sucht „außerhalb“ nach qualifizierten Experten. Dazu wurden Anzeigen in allen großen Tageszeitungen geschaltet und auch online wurde nach passenden Bewerbern gesucht.

Auf diesem Weg erfährt Thomas Drake 2001 von den offenen Stellen, bewirbt sich und wird genommen. Sein erster Arbeitstag ist ausgerechnet der 11. September 2001. Zu diesem Zeitpunkt, sagt Drake, wußte er nicht, wie weit sich die amerikanische Regierung von ihren eigenen Spielregeln entfernen würde.

Die National Security Agency wurde offiziell zu Beginn des Kalten Krieges gegründet. Ihr Auftrag: Das Überwachen und Belauschen von Allem was belausch- und überwachbar ist. Die NSA beliefert mit ihren Erkenntnissen alle anderen Geheimdienste der Vereinigten Staaten.

Drake

ORF

Kurz nach 9/11 erhält die NSA umfassende Rechte, die eigenen Bürger können, oder viel mehr müssen überwacht werden. Die Frage die man sich in der NSA stellt, so erzählt Drake, ist, wo sich diese geheimen Zellen in unserer Mitte befinden, die es ermöglichen, derartige Anschläge zu verüben. Ziel der NSA wird, egenau diese Zellen in der eigenen Bevölkerung zu finden, ganz nach dem Motto „wo sind die übrigen Bedrohungen“?

Die ersten Monate von Thomas Drake in der NSA bestehen vor allem darin, seiner Vorgesetzte Marine Meginsky auf Schritt und Tritt zu folgen, um den Geheimdienst möglichst umfassend kennenzulernen. Dabei lernt Drake auch bald das Projekt „Trailblazer“ kennen. Dieses ist der erste Versuch der NSA, jegliche Kommunikation, die über das Internet läuft, zu überwachen und auszuwerten – also ein Vorgänger des von Edward Snowden enthüllten „PRISM“. Der „Patriot Act“ erweitert zwar die Befugnisse der Geheimdienste, setzt aber trotzdem nicht die übrigen Gesetzte außer Kraft. Damit, so ist Drake überzeugt, ist die Massenüberwachung der Bevölkerung von Beginn an illegal.

Deshalb entwickelt Thomas Drake für die NSA ein Programm zur Überwachung von Zielen im Informationszeitalter, das aber die Persönlichkeitsrechte der Bevölkerung schützt. Die NSA evaluiert dieses und auch Trailblazer und entscheidet sich für letzteres.

Geräte und Technologien die früher dazu dienten Feinde zu beobachten, werden seit dem 9. September 2011 gegen das eigene Volk eingesetzt. NSA-intern wird dieses Überwachungsprogramm „Stellar Wind“ getauft. Im Rahmen dieses Programmes beginnt die NSA alle Telefondaten, Internetdaten und auch Finanztransaktionen zu überwachen.

Der Paradigmenwechsel der damit einher geht ist, dass Überwachungen nicht aufgrund konkreter Anlässe verordnet werden, sondern die Überwachung fest im System installiert wird. Nicht wer verdächtigt wird wird überwacht, sondern es wird überwacht ob jemand verdächtig ist. Jeder Datensatz den die NSA abfangen kann, wird ab sofort gespeichert und nach möglichen Bedrohungen durchsucht. Dabei fallen noch nie dagewesene Mengen an Daten an, und das Data-Mining, also das Herausfiltern relevanter Daten, bildet fortan einen großen Teil der Agenten-Arbeit.

Bedenken die laut Drake viele Mitarbeiter der NSA äußerten, wurden von den Verantwortlichen beiseite geschoben. Es bestehen Kooperationen mit nahezu allen amerikanischen Telefonanbietern, jedes Gespräch wird belauscht. Neben den Telefonanbietern sind für die NSA auch Banken und Kreditkartenanbieter relevant, die laut Drake ebenfalls kooperieren. In wenigen Jahren wird so mehrere Millionen Mal gegen bestehende Gesetze verstoßen, so Drake. Er beobachtet, wie die systematische Überwachung in den Vereinigten Staaten und auch weltweit immer weiter ausgebaut wird und äußert über alle ihm zu Verfügung stehende Kanäle Bedenken. Er spricht mit Kongressabgeordneten, mit dem Verteidigungsministerium, mit der Regierung. Nichts davon trägt Früchte.

Überwachungskameras

ORF

Die Überwachung schließt natürlich auch die Kommunikation von Journalisten ein. Umso schwieriger ist es für mögliche „Whistleblower“ Kritik zu äußern und die Öffentlichkeit über die massive Überwachung zu informieren. Drake beginnt darüber nachzudenken wie er anonym Kontakt mit Journalisten aufnehmen kann, ohne dabei in die Fänge des eigenen Systems zu geraten.

2005 wendet sich Drake schließlich an die Zeitung „Baltimore Sun“ und gibt Dokumente weiter, die wie er sagt nicht als vertraulich eingestuft waren. Daraufhin erscheinen mehrere Artikel, die vor allem Missmanagement und Geldverschwendung innerhalb der NSA anprangern.

Das Überwachungsprogramm hat bis zu diesem Zeitpunkt bereits 1,2 Milliarden Dollar verschlungen. Nach den Veröffentlichungen gerät Drake bald selbst in das Visier der Ermittler. 2007 werden bei einer Hausdurchsuchung in Drakes Haus fünf als vertraulich eingestufte Dokumente gefunden, er wird angeklagt. 2011 werden allerdings die meisten Anklagepunkte wieder fallen gelassen, er wird lediglich wegen der Zweckentfremdung eines Computersystems schuldig gesprochen und zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

Von der NSA entlassen findet Drake keine Aufträge mehr als Unternehmensberater und bleibt lange arbeitslos. Heute arbeitet er bei Apple, als Verkäufer, in einem der zahllosen Stores.

Veröffentlicht unter http://fm4.orf.at/stories/1750298/

Gaming-Industrie in Österreich

Das geschätzte Marktvolumen der Gamingindustrie in Österreich sind ca. 300 Mio. Jahresumsatz. Ein großer Teil davon fällt auf die Novomatic, die ist nämlich größter Spieleanbieter Österreichs. Daneben gibt es aber noch unzählige kleine, mittlere und auch einige große Studios die sich mit der Entwicklung von Spielen beschäftigen. Von den bloßen Verkäufen leben können die Wenigsten. Ohne Förderungen wie z.B. von departure geht meistens nichts. Das kleine Studio brokenrul.es aus Wien hat von „And yet it moves“ sogar 700.000 Stück verkauft. Durch die geringen Spannen bei z.B. Humble Bundle bliebt dabei meistens aber nicht viel für die Entwickler über. Trotzdem ist die Computerspielbranche eine der wenigen wachsenden Branchen derzeit.

 

ZIB Magazin: Computer Spiel Boom from Florian Matscheko on Vimeo.

Neben der Möglichkeit mit der Erstellung von Computerspielen Geld zu verdienen gibt es auch noch die Möglichkeit mit dem Computerspielen an sich Geld zu verdienen, professionelles Gaming also. Besonders verbreitet sind dabei World of Warcraft und Starcraft. In den Turnieren geht es um bis zu 500.000$ Preisgeld – also ein gutes Geschäft, wenn mans denn kann.

 

ZIB Magazin: Professionelles Gaming from Florian Matscheko on Vimeo.

Auf der Flucht

Zwei Kugeln stecken in Quamarey Cismans Schädelknochen. Nur durch Zufall überlebt sie einen Angriff von Milizen in Somalia. Sie will eine sichere Zukunft für sich und ihre Kinder und flieht nach Europa.

Quamarey Cisman kommt aus Somalia. Ihr Stamm hat nur einen niedrigen sozialen Status. Immer wieder kommt es daher zu Überfällen auf ihr Dorf. Als ihre Familie keinen Besitz mehr hat, erschießen die Milizen erst ihre Mann, einen ihrer Söhne und dann – so glauben sie zumindest – auch sie. Nach zwei Tagen im Koma erwacht sie in der Blutlache ihres Mannes und beschließt nach Europa zu fliehen. Sie nimmt die überlebenden Kinder und bricht auf – ohne Proviant und ohne konkretes Ziel.

Quamarey Cisman

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Nach mehreren Etappen in klapprigen Autos und zu Fuß durch die Wüste, erreicht sie ausgezehrt die Küste Libyens. 2.800 Euro verlangen die Schlepper von Cisman für sie und ihre Kinder für die Überfahrt nach Europa auf einem Boot. Das Geld erarbeitet sie sich in mehreren Jahren in kleinen Restaurants und auf den Straßen Libyens.

Nachdem sie Schlepper gefunden hat, die sie nach Europa bringen, beginnt das Warten auf die Überfahrt. Jeden Abend müssen sie und 120 andere Flüchtlinge auf einem LKW durch die Nacht fahren, um eine Stelle zu finden an der sie unbehelligt von der örtlichen Polizei das Boot besteigen können.

Die Boote selbst sind viel zu klein für die Anzahl der Passagiere. Trinkwasser und Lebensmittel gibt es so gut wie nicht. Über 150 Menschen werden auf ein winziges Boot gepresst. Um ihre Kinder zu schützen, hält Quamarey Cisman sie über weite Strecken der Fahrt hoch. Eine Freundin verliert beim Einstieg ihre Kinder und kann diese nicht beschützen – sie werden zwischen den Menschenmassen erdrückt.

Flüchtlingsboot

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Nach 72 Stunden Überfahrt erreicht Quamarey Cisman erschöpft Süditalien – in Europa erhält sie subsidiären Schutz – darf also bleiben bis die Lage in Somalia wieder stabil ist.

Dass sie überhaupt in Europa ankommt, ist Glück. Viele der Boote erreichen ihr Ziel nicht. Sie geraten durch schlechtes Wetter in Seenot oder treiben aufgrund technischer Mängel manövrierunfähig auf dem Mittelmeer. Viele Flüchtlinge ertrinken oder verdursten, bevor sie die Küste Europas erreichen.

Quamarey Cisman ist kein Einzelfall – weltweit sind über 40 Millionen Menschen auf der Flucht. Mehr als die Hälfte davon in Afrika.

Flüchtlingszahlen

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Jährlich versuchen bis zu 45.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Schätzungen zu Folge sind seit 1993 über 20.000 Menschen vor der Küste Italiens ertrunken. Erste Anlaufstelle für die Flüchtlinge ist unter anderem die süditalienische Insel Lampedusa. Bis zu 20.000 Flüchtlinge erreichen die Insel jährlich – Platz bieten die dort überhastet errichten Flüchtlingslager für gerade einmal 400 Menschen. Zu Spitzenzeiten während des Arabischen Frühlings hielten sich dort 6.000 Menschen auf.

Ähnlich ist die Lage in Griechenland im Flüchtlingslager Amygdaleza in der Nähe von Athen. Bis zu 1.000 Flüchtlinge leben dort hinter Stacheldraht auf engstem Raum. Liegt für die Flüchtlinge kein Asylgrund vor, werden sie von dort direkt abgeschoben. Ist eine Abschiebung nicht möglich, werden sie nach 18 Monaten mit etwas Bargeld auf die Straße gesetzt – nur um von der Polizei wenig später wieder aufgegriffen zu werden.

Flüchtlingslager in Griechenland

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Eines eint die Flüchtlinge in Italien und Griechenland – sie wollen den Süden Europas möglichst schnell verlassen. Viele riskieren auch dabei ihr Leben. In Patras – dem Hafen Athens – springen verzweifelte Flüchtlinge auf fahrende LKWs und versuchen so das Land zu verlassen.

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