IS-Finanzierung Roundup

30.000 Jihadisten aus der ganzen Welt kontrollieren für den selbsternannten Kalifen al-Bagdadi den islamischen Staat in Syrien und im Irak. Bezahlt werden sie wie „normale“ Soldaten, aus der Staatskasse des islamischen Staates. Diese dürfte bislang gut gefüllt sein. Einnahmen aus Ölhandel, Schmuggel von Antiquitäten, Steuern, Erpressung und Kriegsbeute spülen monatlich Millionen in die Kassen des Staates. Mit den Geldern finanziert wird nicht nur der Kampf sondern der IS hat auch ein Art jihadistischen Sozialstaat aufgebaut. So erhalten verheiratete Kämpfer zusätzliche finanzielle Mittel um ihre Familien zu versorgen. Auch für den Transport ist gesorgt, in Mossul und in Raqqa stehen öffentliche Verkehrsmittel kostenlos zur Verfügung. Ebenfalls weiterbezahlt werden die Beamten, die den Staat am Laufen halten sollen – damit sorgt der islamische Staat bis zu einem gewissen Grad für Sicherheit. Jedes Monat gibt es Löhne, Menschen die sich an die Spielregeln der Terroristen halten haben nichts zu befürchten. Der Terrorismusfinanzierungsexperte Tom Keatinge geht davon aus dass der islamische Staat über den Militärhaushalt eines kleinen europäischen Staates verfügt.

Aber woher kommen die Einnahmen genau und wie funktioniert das Finanzsystem des IS? Der Versuch einer Annäherung.

Grundsätzlich muss man vorausschicken dass man keine exakten Angaben über die Einkünfte aus den unterschiedlichen Quellen machen kann, Informationen aus dem Inneren des IS gibt es dafür zu wenige. So sind alle diese Punkte im besten Fall auch nur eine Sammlung von Indizien.

1. Ölhandel

Große Teile des Einkommens des IS dürften aus Ölhandel stammen. Das Öl das dabei verkauft wird stammt aus Ölfelder die im Zuge der Kampfhandlungen unter die Kontrolle der Terrormiliz kamen. Dabei handelt es sich vor allem um Ölfelder im Osten Syriens die bis vor Kurzem noch unter Kontrolle von westlichen Unternehmen standen. Zusätzlich zapfen sie auch Öl aus Pipelines die durch ihre Regionen laufen ab. Insgesamt – so schätzt man – dürften die Miliz täglich 100.000 Barrel am Tag „fördern“. Das entspricht beim derzeitigen Marktpreis in etwa 5.700.000$. Das Rohöl wird anschließend zu ebenfalls besetzten Raffinerien gebracht wo das Öl weiter zu Benzin und anderen Produkten verarbeitet wird. Wichtigste Anlage für dieses Geschäft war Baidschi. Diese dürfte aber bereits im November von der irakischen Armee zurückerobert worden sein. Welche zentrale Positionen diese Anlage für die Finanzierung der Geschäfte des IS hatte zeigt mit welcher Hartnäckigkeit sie versuchen die Anlage zurück zu erobern. Um flexibel zu sein wurden bereits mehrere „Behelfsraffinerien“ errichtet um auch lokal Öl weiterverarbeiten zu können.

Nach der Weiterverarbeitung wird das Öl zumeist direkt im Irak, in Syrien oder in der Türkei weiterverkauft. Der IS greift dabei auf ein Netzwerk zurück das bereits seit den frühen 1990iger Jahren existiert. Damals wurde das Schmuggelnetzwerk errichtet um den Sanktionen zu entgehen die gegen Saddam Hussein verhängt wurden. Schmuggler bringen dann das Öl weiter an die türkische Grenze. Die Transportmittel die dabei verwendet werden reichen von klassischen Tanklastern über Traktoren bis hin zu Eseln. Auf den Weltmarkt dürftet das so verarbeitete Öl allerdings nicht gelangen, Großabnehmer findet der IS nicht.

Preislich verschleudert der IS das Öl um es schnell in Geld umzuwandeln, die verlangten Preise dürften bei ungefähr 20$ pro Barrel liegen, also nicht mal die Hälfte des aktuellen Marktpreises.

http://kurdischenachrichten.com/2014/11/erstmals-kurden-verhaftet-weil-is-oel-geschmuggelt-wurde/#sthash.hRdy0pjB.dpbs

http://www.wsj.de/nachrichten/SB11828383211784233876504580157333303504038

http://www.spiegel.de/politik/ausland/is-islamischer-staat-irak-erobert-offenbar-raffinerie-baidschi-zurueck-a-1003604.html

http://www.breakingnews.com/topic/bayji-s-alah-ad-din-iq/

http://www.dw.de/durch-%C3%B6lschmuggel-zum-kalifat/a-17963954

2. Schmuggel von Antiquitäten

Der IS hat auf seinem Eroberungsfeldzug quer durch Syrien und den Irak mehrer historisch bedeutende Städte und Stätten eingenommen und geplündert. Mehr als 10.000 historische Stätten befinden sich auf dem vom IS kontrollierten Gebiet. Dabei werden sowohl Ausstellungsstücke aus Museen gestohlen, aber auch Ausgrabungsstätten geplündert oder es werden zum Teil auch selbst Raubgrabungen durchgeführt. Zusätzlich erhalten die Jihadisten auch Kunstschätze und Antiquitäten von Privatpersonen, die diese aus Verzweiflung an die Terroristen verkaufen. Die so erbeuteten Antiquitäten und Kunstschätze werden über Zwischenhändler an große Netzwerke verkauft die auf Antiquitätenschmuggel und Schwarzmarktgeschäfte spezialisiert sind. Beliebte Handelsplätze dafür sind dann die Schweiz oder die Vereinigten Arabischen Emirate. Dort werden die Antiquitäten mit gefälschten Papieren ausgestattet und über Auktionen verkauft. Schlussendlich landen sie so dann bei privaten Sammlern und Museen die oft über die zweifelhafte Herkunft nicht bescheid wissen.

Wie viel der IS tatsächlich mit Antiquitätenschmuggel verdient kann derzeit nicht gesagt werden, da auch noch immer Antiquitäten aus legalen Quellen am Weltmarkt gehandelt werden. Daher plädieren Experten auch dafür den Handel mit Kunstschätzen aus dieser Region zu sperren um einen Verkauf zumindest am offiziellen Markt zu verunmöglichen. So lange dies aber nicht der Fall ist dürften die Jihadisten mehrere Millionen mit dem Handel von Kunstschätzen verdienen.

http://www.deutschlandfunk.de/islamisten-miliz-kunsthandel-spuelt-millionen-in-isis.691.de.html?dram:article_id=291558

http://www.theguardian.com/world/2014/jun/15/iraq-isis-arrest-jihadists-wealth-power

http://jungefreiheit.de/service/archiv/?www.jf-archiv.de/archiv14/201428070430.htm

http://www.welt.de/politik/ausland/article134480185/So-wollen-die-UN-den-Islamischen-Staat-besiegen.html

3. Steuern

Die wichtigste Steuer für den IS ist wohl die Jihad-Steuer die der IS von der Bevölkerung und von Unternehmen einhebt. Dabei handelt es sich um eine Art Solidaritätsabgabe für die Weiterführung des Krieges. Zusätzlich erhebt der IS in weiten Teilen des von ihnen kontrollierten Gebietes eine Art Wegzoll direkt an extra dafür errichteten Checkpoints. Auch an den vom IS kontrollierten Grenzübergängen werden diese Wegzölle eingehoben. Zusätzlich wird von Angehörigen anderer Religionen noch eine Art Schutzgeld eingehoben, sofern diese nicht bereits hingerichtet oder vertrieben wurden.  

http://www.spiegel.de/politik/ausland/die-isis-milizen-sind-durch-raubzuege-reich-geworden-a-975387.html

http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/thema_nt/article129365022/Die-Mafia-Methoden-der-Terrorgruppe-Isis.html

4. Lösegeld, Erpressung und Kriegsbeute

Bekannt und berüchtigt wurde der IS auch durch die brutalen Enthauptungen seiner Geiseln. Diese Enthauptungen werden vom IS vor Kamera inszeniert um so weitere Aufmerksamkeit für die anderen, noch lebenden Geiseln zu erhalten. Das ist zum einen eine politische Botschaft aber auch Ende eines dahinterstehenden Geschäftsmodells. Vor allem ausländische Journalisten und Hilfsarbeiter sind als Entführungsopfer „beliebt“, das liegt daran dass bei ihrer Entführung höchste mediale Aufmerksamkeit in ihren Heimatländern garantiert ist und, so denken die Terroristen die Zahlung von Lösegeld wahrscheinlicher ist. Die Dabei verlangten Summen rangieren dabei zwischen einigen wenigen Millionen bis zu – wie im neuesten Fall der beiden entführten Japaner – mehreren hundert Millionen Dollar. Die Geiseln kommen während den Verhandlungen mittlerweile höchstwahrscheinlich in ein zentrales, unterirdisches Gefängnis nahe Raqqa. Dort werden die Häftlinge dann teilweise gefoltert, teilweise „verhört“ und es werden Videobotschaften mit ihnen aufgezeichnet die sich an ihre Heimatstaaten richten. Von einigen Geiseln wie z.B. dem Amerikaner James Foley ist bekannt dass sie Gefangenschaft zum Islam konvertierten. Werden die Forderungen der Terroristen nicht erfüllt folgt früher oder später die Enthauptung – so auch im Falle von James Foley. Gerade die USA und England sind bekannt dafür keine Lösegelder zu bezahlen, daher sind es auch die Geiseln dieser Länder die am häufigsten für die grausame Inszenierung herhalten müssen.

http://www.nytimes.com/2014/10/26/world/middleeast/horror-before-the-beheadings-what-isis-hostages-endured-in-syria.html

http://www.nytimes.com/interactive/2014/10/24/world/middleeast/the-fate-of-23-hostages-in-syria.html?_r=0

http://edition.cnn.com/2015/01/22/opinion/ransom-keatinge/

5. Sklavenhandel

Ein ebenso grausame Einnahmequelle wie die der Entführungen ist der Handel, mit vor allem jesuitischen Sklaven. Besonders junge Frauen und Mädchen sind beliebt um mit ihnen vor und außerhalb der Ehe Sex zu haben. Rechtfertigung für diese Praxis finden die IS-Terroristen unter anderem in der Sure al-Nisa, dort heißt es “Und wer von euch nicht vermögend genug ist, um gläubige Frauen zu heiraten, der heirate von dem Besitz eurer rechten Hand unter euren gläubigen Mägden“, dabei wird Mägde als Sklavin interpretiert. Zusätzlich berufen sie sich auf das Recht der „Genußehe“ oder auch „Zeitehe“ um die Sklavinnen nach einiger Zeit, oder auch schon nach einer Stunde einfach wieder auf den Markt zu werfen. Wieviele Einnahmen durch diesen Sklavenhandel entstehen ist nicht bekannt, bekannt ist nur dass mehrere tausend Jesidinnen verschleppt und versklavt wurden, wie es ihnen dabei erging legte Ende vergangenen Jahres ein Bericht von Amnesty International offen (siehe nachfolgende Links). Wie es auf diesen Sklavenmärkten zugeht zeigt ein Video das im Herbst vergangenen Jahres erschienen ist – https://vimeo.com/110927634.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3875496/Von-IS-verschleppt_Sie-verkaufen-Frauen-auf-Sklavenmaerkten

http://www.eslam.de/begriffe/z/zeitehe.htm

http://islam.de/1411.php

http://www.zeit.de/politik/2014-12/amnesty-bericht-jesiden

http://www.amnesty.org/en/news/iraq-yezidi-women-and-girls-face-harrowing-sexual-violence-2014-12-23

6. Spenden aus dem Ausland

Der IS dürfte seit Beginn seiner „Tätigkeit“ vor Allem aus Saudi Arabien und den autokratisch regierten Staaten am Golf Gelder erhalten. Diese Gelder stammen nicht von den Staaten selbst sondern von reichen Geschäftsleuten und Firmen die diese Spenden als „Dienst am Glauben“ sehen. Was mit den Geldern passiert wird dabei zumindest geduldet, wenn es nicht sogar erwünscht ist. Zu Beginn war der IS von diesen Spenden abhängig aber seit einiger Zeit versorgt sich der islamische Staat selbst mit Geld. Aber zumindest einen Teil ihrer Waffen und Ausrüstung bezieht. Der syrisch-katholische Patriarch Ignatius Joseph III. Yonan wirft in diesem Zusammenhang dem Westen vor diese Praktiken zu billigen um weiterhin Öl aus den Golfstaaten zu erhalten.

http://www.sueddeutsche.de/politik/einnahmequellen-der-isis-beim-geld-hoert-die-feindschaft-auf-1.2012129

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/islamischer-staat-gotteskrieger-finanzierung-syrien-irak

http://www.bbc.com/news/world-middle-east-30393832

Zusammenfassend kann man sagen dass es dem islamischen Staat gelungen ist seine Finanzierung unabhängig von externen Quellen zu machen. Das ist es auch was den IS so gefährlich macht, sagt Tom Keatinte, Experte für Terrorfinanzierung. Die Terroristen entziehen sich damit jedem politischen Druck der auf „verbündete“ Staaten ausgeübt werden könnte. Wichtiges Ziel ist es also die Geldquellen versiegen zu lassen, aber bei einer so breit aufgestellten Finanzierung dürfte das den Westen noch eine Weile vor Schwierigkeiten stellen, auch weil über die genauen Wege und Mittel der Terroristen nur sehr wenig bekannt ist.



Wir Kinder vom Yppenplatz.

Yppenplatz, 1160 Wien, vor ein paar Jahren noch Ghetto, jetzt werden auf alte marode Häuser Penthäuser draufgesetzt – da freut sich der Immobilienmarkt. Auf der einen Seite endet der Brunnenmarkt, wo man noch stolz ist auf Tomaten groß wie Kinderköpfe und auf der anderen Seite der frei- und samstägliche Bauermarkt wo auf gewollt schief aufgestellten Kisten ebenso schiefes Obst um verrückt überhöhte Preise verkauft werden. Ja Yppenplatz du bist das Gesicht der Gentrifizierung in Wien. Aber zwischen den beiden Märkten gibts noch einen dritten Markt, die Kunden dieses Marktes kennt vor allem von der UBahn Station Josefstädter Straße. Sie haben blaue Lippen, glasige Augen, treten manchmal Radfahrer von ihren Rädern aber meistens wollen sie nur eins: Drogen – kaufen und verkaufen.

Umschlagplatz ist die U-Bahnstation selbst und der Yppenplatz, das dürfte zum einen mit der Nähe zur Josefstädterstraße aber auch mit den Gegebenheiten vor Ort zu tun haben. Auf zwei Seiten des Platzes sind Mauern. Dazwischen ist viel Platz man sieht also jeden Verdächtigen von Weitem kommen. Hier wird mit so ziemlich allem gehandelt – von Klassikern wie MDMA und Marihuana über Substis bis zu für unseren Markt neue Dinge wie Crystal und Wizard. Wie läuft also jetzt ein Deal hier ab? Durch die “natürlichen” Gegebenheiten hat sich hier ein recht schlaues System etabliert. Man wird entweder von älteren Dealern oder von ihren Mulis auf Fahrrädern, meist nicht strafmündige Burschen, angesprochen – gibt dann seine Bestellung auf und dann wird die Ware geholt. Versteckt sind die Drogen in kleinen Portionen in den Tischen des Platzes, im Kies des Kinderspielplatzes oder auf den Grüninseln des “Parkes”. Die Lieferanten der Drogen sind in so gut wie allen Fällen nicht strafmündige Jugendliche auf Fahrrädern. Warum? Zum einem weil man auf einem Fahrrad schnell weiterkommt und zum Anderen weil sie eben nicht strafmündig sind. Die Depots sind unter ständiger Bewachung, die “Wachen” hocken dabei höchst unauffällig Stunden auf Parkbänken und starren auf die entsprechenden Flecken am Yppenplatz. Alle paar Stunden stehen sie trotzdem nervös auf und graben unruhig nach den versteckten Drogen und kontrollieren ob noch alles da ist. Immer wieder kommt es zwischen Konsumenten und Dealern zu Auseinandersetzungen, niedergestochene Jugendliche und Schlägereien gehören scheinbar einfach dazu. Gefahr für Unbeteiligte dürfte allerdings nicht wirklich bestehen – die Aggressionen richten sich meist gegen die eigene “Gruppe”.

Konsumiert werden die Drogen gerne in der näheren Umgebung oder direkt am Platz. Besonders beliebt das öffentliche Toilettenhäuschen. Aber dank Postschlüssel erfreuen sich auch die Häuser in der näheren Umgebung großer Beliebtheit. Im Winter werden so die Häuser der Umgebung nicht nur Ort des Konsums sondern oft auch Wohnort für die meist Obdachlosen Konsumenten.



Notschlafstellen gibt es zwar auch in nächster Umgebung genug (z.B. das Vinzihaus auf der Ottakringerstraße) allerdings sind dort nur Gäste willkommen die weder Alkohol noch Drogen konsumiert haben. So versuchen die Konsumenten oft gar nicht mehr dort unter zu kommen sondern wählen im Sommer den Park als Schlafplatz und im Winter eben Heizräume, E-Zählerräume und generell jedes Versteck das sich in einem Haus anbietet.

Bleibt die Frage was man tun kann? Nicht wirklich viel: die Polizei ist präsent, das stört aber niemanden, die Verstecke zu plündern wird auch zu nichts führen. Also einfach damit leben?



“I failed”

Whistleblower Thomas Drake hat lange für die NSA gearbeitet. Schon früh kritisiert er die Überwachung der eigenen Bürger.

9/11 löst in den USA eine bis dahin ungeahnte Überwachung der eigenen Bevölkerung aus. Die bisher für die Beobachtung von ausländischen Zielen eingesetzten Techniken und Mittel werden über Nacht gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt – denn die Terroristen hatten inmitten der amerikanischen Gesellschaft gelebt – für die Geheimdienste Grund genug, die Bürger auf Schritt und Tritt zu überwachen. Von da an erhält die NSA nahezu unbeschränkte finanzielle Mittel. „Dieser Anschlag war ein Geschenk“, sagt Thomas Drake. Er beginnt am 11. September 2001, für die NSA als Senior Executive zu arbeiten – Aufklärung wird zu seinem Beruf. Seine Aufgabe war nicht die Reaktion auf aktuelle Ereignisse, sondern das Auffinden von Warnhinweisen und Anhaltspunkten. Seine berufliche Laufbahn ist gemessen daran, was wir gemeinhin mit Spionmeinen, auf den ersten Blick ungewöhnlich.

Mitte der 90iger Jahre berät Thomas Drake im Silicon Valley unterschiedliche Start-Up-Unternehmen, darunter bereits weltweit erfolgreiche wie HP oder Sun Microsystems. Zur gleichen Zeit steht die NSA vor einer für den Geheimdienst neuen Herausforderung – dem Internet. Zu diesem Zeitpunkt ist die NSA weder technisch noch personell in der Lage, dieser Herausforderung Herr zu werden. So entschließt man sich zu einem für einen Geheimdienst ungewöhnlichen Schritt: man sucht „außerhalb“ nach qualifizierten Experten. Dazu wurden Anzeigen in allen großen Tageszeitungen geschaltet und auch online wurde nach passenden Bewerbern gesucht.

Auf diesem Weg erfährt Thomas Drake 2001 von den offenen Stellen, bewirbt sich und wird genommen. Sein erster Arbeitstag ist ausgerechnet der 11. September 2001. Zu diesem Zeitpunkt, sagt Drake, wußte er nicht, wie weit sich die amerikanische Regierung von ihren eigenen Spielregeln entfernen würde.

Die National Security Agency wurde offiziell zu Beginn des Kalten Krieges gegründet. Ihr Auftrag: Das Überwachen und Belauschen von Allem was belausch- und überwachbar ist. Die NSA beliefert mit ihren Erkenntnissen alle anderen Geheimdienste der Vereinigten Staaten.

Drake

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Kurz nach 9/11 erhält die NSA umfassende Rechte, die eigenen Bürger können, oder viel mehr müssen überwacht werden. Die Frage die man sich in der NSA stellt, so erzählt Drake, ist, wo sich diese geheimen Zellen in unserer Mitte befinden, die es ermöglichen, derartige Anschläge zu verüben. Ziel der NSA wird, egenau diese Zellen in der eigenen Bevölkerung zu finden, ganz nach dem Motto „wo sind die übrigen Bedrohungen“?

Die ersten Monate von Thomas Drake in der NSA bestehen vor allem darin, seiner Vorgesetzte Marine Meginsky auf Schritt und Tritt zu folgen, um den Geheimdienst möglichst umfassend kennenzulernen. Dabei lernt Drake auch bald das Projekt „Trailblazer“ kennen. Dieses ist der erste Versuch der NSA, jegliche Kommunikation, die über das Internet läuft, zu überwachen und auszuwerten – also ein Vorgänger des von Edward Snowden enthüllten „PRISM“. Der „Patriot Act“ erweitert zwar die Befugnisse der Geheimdienste, setzt aber trotzdem nicht die übrigen Gesetzte außer Kraft. Damit, so ist Drake überzeugt, ist die Massenüberwachung der Bevölkerung von Beginn an illegal.

Deshalb entwickelt Thomas Drake für die NSA ein Programm zur Überwachung von Zielen im Informationszeitalter, das aber die Persönlichkeitsrechte der Bevölkerung schützt. Die NSA evaluiert dieses und auch Trailblazer und entscheidet sich für letzteres.

Geräte und Technologien die früher dazu dienten Feinde zu beobachten, werden seit dem 9. September 2011 gegen das eigene Volk eingesetzt. NSA-intern wird dieses Überwachungsprogramm „Stellar Wind“ getauft. Im Rahmen dieses Programmes beginnt die NSA alle Telefondaten, Internetdaten und auch Finanztransaktionen zu überwachen.

Der Paradigmenwechsel der damit einher geht ist, dass Überwachungen nicht aufgrund konkreter Anlässe verordnet werden, sondern die Überwachung fest im System installiert wird. Nicht wer verdächtigt wird wird überwacht, sondern es wird überwacht ob jemand verdächtig ist. Jeder Datensatz den die NSA abfangen kann, wird ab sofort gespeichert und nach möglichen Bedrohungen durchsucht. Dabei fallen noch nie dagewesene Mengen an Daten an, und das Data-Mining, also das Herausfiltern relevanter Daten, bildet fortan einen großen Teil der Agenten-Arbeit.

Bedenken die laut Drake viele Mitarbeiter der NSA äußerten, wurden von den Verantwortlichen beiseite geschoben. Es bestehen Kooperationen mit nahezu allen amerikanischen Telefonanbietern, jedes Gespräch wird belauscht. Neben den Telefonanbietern sind für die NSA auch Banken und Kreditkartenanbieter relevant, die laut Drake ebenfalls kooperieren. In wenigen Jahren wird so mehrere Millionen Mal gegen bestehende Gesetze verstoßen, so Drake. Er beobachtet, wie die systematische Überwachung in den Vereinigten Staaten und auch weltweit immer weiter ausgebaut wird und äußert über alle ihm zu Verfügung stehende Kanäle Bedenken. Er spricht mit Kongressabgeordneten, mit dem Verteidigungsministerium, mit der Regierung. Nichts davon trägt Früchte.

Überwachungskameras

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Die Überwachung schließt natürlich auch die Kommunikation von Journalisten ein. Umso schwieriger ist es für mögliche „Whistleblower“ Kritik zu äußern und die Öffentlichkeit über die massive Überwachung zu informieren. Drake beginnt darüber nachzudenken wie er anonym Kontakt mit Journalisten aufnehmen kann, ohne dabei in die Fänge des eigenen Systems zu geraten.

2005 wendet sich Drake schließlich an die Zeitung “Baltimore Sun“ und gibt Dokumente weiter, die wie er sagt nicht als vertraulich eingestuft waren. Daraufhin erscheinen mehrere Artikel, die vor allem Missmanagement und Geldverschwendung innerhalb der NSA anprangern.

Das Überwachungsprogramm hat bis zu diesem Zeitpunkt bereits 1,2 Milliarden Dollar verschlungen. Nach den Veröffentlichungen gerät Drake bald selbst in das Visier der Ermittler. 2007 werden bei einer Hausdurchsuchung in Drakes Haus fünf als vertraulich eingestufte Dokumente gefunden, er wird angeklagt. 2011 werden allerdings die meisten Anklagepunkte wieder fallen gelassen, er wird lediglich wegen der Zweckentfremdung eines Computersystems schuldig gesprochen und zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

Von der NSA entlassen findet Drake keine Aufträge mehr als Unternehmensberater und bleibt lange arbeitslos. Heute arbeitet er bei Apple, als Verkäufer, in einem der zahllosen Stores.

Veröffentlicht unter http://fm4.orf.at/stories/1750298/



Gaming-Industrie in Österreich

Das geschätzte Marktvolumen der Gamingindustrie in Österreich sind ca. 300 Mio. Jahresumsatz. Ein großer Teil davon fällt auf die Novomatic, die ist nämlich größter Spieleanbieter Österreichs. Daneben gibt es aber noch unzählige kleine, mittlere und auch einige große Studios die sich mit der Entwicklung von Spielen beschäftigen. Von den bloßen Verkäufen leben können die Wenigsten. Ohne Förderungen wie z.B. von departure geht meistens nichts. Das kleine Studio brokenrul.es aus Wien hat von “And yet it moves” sogar 700.000 Stück verkauft. Durch die geringen Spannen bei z.B. Humble Bundle bliebt dabei meistens aber nicht viel für die Entwickler über. Trotzdem ist die Computerspielbranche eine der wenigen wachsenden Branchen derzeit.

 

ZIB Magazin: Computer Spiel Boom from Florian Matscheko on Vimeo.

Neben der Möglichkeit mit der Erstellung von Computerspielen Geld zu verdienen gibt es auch noch die Möglichkeit mit dem Computerspielen an sich Geld zu verdienen, professionelles Gaming also. Besonders verbreitet sind dabei World of Warcraft und Starcraft. In den Turnieren geht es um bis zu 500.000$ Preisgeld – also ein gutes Geschäft, wenn mans denn kann.

 

ZIB Magazin: Professionelles Gaming from Florian Matscheko on Vimeo.



Auf der Flucht

Zwei Kugeln stecken in Quamarey Cismans Schädelknochen. Nur durch Zufall überlebt sie einen Angriff von Milizen in Somalia. Sie will eine sichere Zukunft für sich und ihre Kinder und flieht nach Europa.

Quamarey Cisman kommt aus Somalia. Ihr Stamm hat nur einen niedrigen sozialen Status. Immer wieder kommt es daher zu Überfällen auf ihr Dorf. Als ihre Familie keinen Besitz mehr hat, erschießen die Milizen erst ihre Mann, einen ihrer Söhne und dann – so glauben sie zumindest – auch sie. Nach zwei Tagen im Koma erwacht sie in der Blutlache ihres Mannes und beschließt nach Europa zu fliehen. Sie nimmt die überlebenden Kinder und bricht auf – ohne Proviant und ohne konkretes Ziel.

Quamarey Cisman

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Nach mehreren Etappen in klapprigen Autos und zu Fuß durch die Wüste, erreicht sie ausgezehrt die Küste Libyens. 2.800 Euro verlangen die Schlepper von Cisman für sie und ihre Kinder für die Überfahrt nach Europa auf einem Boot. Das Geld erarbeitet sie sich in mehreren Jahren in kleinen Restaurants und auf den Straßen Libyens.

Nachdem sie Schlepper gefunden hat, die sie nach Europa bringen, beginnt das Warten auf die Überfahrt. Jeden Abend müssen sie und 120 andere Flüchtlinge auf einem LKW durch die Nacht fahren, um eine Stelle zu finden an der sie unbehelligt von der örtlichen Polizei das Boot besteigen können.

Die Boote selbst sind viel zu klein für die Anzahl der Passagiere. Trinkwasser und Lebensmittel gibt es so gut wie nicht. Über 150 Menschen werden auf ein winziges Boot gepresst. Um ihre Kinder zu schützen, hält Quamarey Cisman sie über weite Strecken der Fahrt hoch. Eine Freundin verliert beim Einstieg ihre Kinder und kann diese nicht beschützen – sie werden zwischen den Menschenmassen erdrückt.

Flüchtlingsboot

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Nach 72 Stunden Überfahrt erreicht Quamarey Cisman erschöpft Süditalien – in Europa erhält sie subsidiären Schutz – darf also bleiben bis die Lage in Somalia wieder stabil ist.

Dass sie überhaupt in Europa ankommt, ist Glück. Viele der Boote erreichen ihr Ziel nicht. Sie geraten durch schlechtes Wetter in Seenot oder treiben aufgrund technischer Mängel manövrierunfähig auf dem Mittelmeer. Viele Flüchtlinge ertrinken oder verdursten, bevor sie die Küste Europas erreichen.

Quamarey Cisman ist kein Einzelfall – weltweit sind über 40 Millionen Menschen auf der Flucht. Mehr als die Hälfte davon in Afrika.

Flüchtlingszahlen

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Jährlich versuchen bis zu 45.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Schätzungen zu Folge sind seit 1993 über 20.000 Menschen vor der Küste Italiens ertrunken. Erste Anlaufstelle für die Flüchtlinge ist unter anderem die süditalienische Insel Lampedusa. Bis zu 20.000 Flüchtlinge erreichen die Insel jährlich – Platz bieten die dort überhastet errichten Flüchtlingslager für gerade einmal 400 Menschen. Zu Spitzenzeiten während des Arabischen Frühlings hielten sich dort 6.000 Menschen auf.

Ähnlich ist die Lage in Griechenland im Flüchtlingslager Amygdaleza in der Nähe von Athen. Bis zu 1.000 Flüchtlinge leben dort hinter Stacheldraht auf engstem Raum. Liegt für die Flüchtlinge kein Asylgrund vor, werden sie von dort direkt abgeschoben. Ist eine Abschiebung nicht möglich, werden sie nach 18 Monaten mit etwas Bargeld auf die Straße gesetzt – nur um von der Polizei wenig später wieder aufgegriffen zu werden.

Flüchtlingslager in Griechenland

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Eines eint die Flüchtlinge in Italien und Griechenland – sie wollen den Süden Europas möglichst schnell verlassen. Viele riskieren auch dabei ihr Leben. In Patras – dem Hafen Athens – springen verzweifelte Flüchtlinge auf fahrende LKWs und versuchen so das Land zu verlassen.

Veröffentlicht unter http://fm4.orf.at/stories/1738291/



Oliver N., Jihadist

Rund 150 Österreicher waren laut offiziellen Angaben in Syrien, um sich dem Islamischen Staat anzuschließen. 60 von ihnen sind laut Innenministerium bereits zurückgekehrt, zumindest 30 sind getötet worden.

Die Anwerbung der meist jugendlichen Kämpfer erfolgt oft über das Internet. In sozialen Netzwerken werden Bilder, Videos aber auch Erfahrungen aus dem Kriegsgebiet in Syrien gepostet. Diese Beiträge ermöglichen einen Einblick in das Leben der jungen Jihadisten.

Wir haben uns das Profil eines besonders mitteilungsfreudigen Kämpfer des IS angesehen und können so seine Geschichte, basierend auf seinen eigenen Angaben erzählen.

Abu Muktail Al Almani ist Kämpfer des IS in Syrien. In Videos droht er seiner ehemaligen Heimat Österreich. Die “Gläubigen” sollen die “Ungläubigen” abschlachten um zu Ehre zu gelangen – so die Forderung. Im bürgerlichen Namen heißt er Oliver N.

Ein Porträt, basierend auf den Angaben in sozialen Netzen

Oliver wurde vor rund 16 Jahren in Österreich, in Linz geboren. Oliver wächst bei seiner Mutter und seinem Stiefvater auf. Nach der Schule beginnt er eine Lehre und arbeitet nebenher in einem Wiener Fitnessstudio. Im Mai 2014 konvertiert er zum Islam. Von da an verändert sich sein Leben. Oliver liest viel im Koran und online über seine Religion und findet neue Freunde.

Bereits drei Monate nach seiner Konvertierung beschließt Oliver, Österreich zu verlassen und sich in Syrien der Terrormiliz IS anzuschließen. Er packt seinen Koffer und fliegt nach Istanbul. Dortverbringt er in einem billigen Hotel drei Nächte bevor er in die Südtürkei aufbricht. Mit dem Flugzeug fliegt er an die syrischen Grenze undüberquert diese dann zu Fuß, in einem Maisfeld.

Auf der anderen Seite der Grenze wird er von IS-Sympathisanten erwartet. Sein neues Leben im Islamischen Staat beginnt. Er legt seinen bürgerlichen Namen, Oliver, ab und heißt ab sofort Abu Muktail Al Almani.

Oliver auf ask.fm

ask.fm

Der Name bedeute soviel wie “der aus Deutschland stammende”, er bezieht sich in einem selbst gewählten Namen auf seine Kindheit in Deutschland. Er sagt über sich selbst, dass er sich deutsch fühle, Österreich für ihn nur ein Wohnort gewesen sei. Ab sofort ist er ab Mitglied des Islamischen Staates, es ist Ende August, das Wetter ist gut – sagt er zumindest auf dem sozialen Netzwerk ask.fm.

Oliver zieht gemeinsam mit philippinischen Jihadisten in ein Haus.Westlicher Standard ist das Haus zwar nicht, verfügt aber über WLAN. Via Internet gibt er seinen ehemaligen Klassenkameraden Bescheid, dass er jetzt in Syrien sei um seine Religion zu leben. Garniert sind die Grüße aus dem Islamischen Staat mit einigen Drohungen an die “Ungläubigen” in Österreich. Sein neues Leben unterscheidet sich zu Beginn nicht sehr von seinem Leben in Österreich: Zum Frühstück gibt es Nutella, normales Waschmittel, Deo und Duschgel sind im Supermarkt zu beziehen. Auch um Geld muss er sich keine Sorgen machen vom Islamischen Staat bekommt er ein kleines Taschengeld von 150$ im Monat.

Nach einigen Tagen muss Oliver zur Grundausbildung an der Waffe. Für diese Zeit muss Oliver sein Handy abgeben, zu seiner eigenen Sicherheit, wie er auf ask.fm sagt.

Zurück aus dem Trainingslager kehrt Oliver in sein „altes“ Haus zurück und trifft sich in seiner reichlich vorhanden Freizeit mit einem anderen Österreicher, Firas. Der 19-Jährige ist bereits seit über einem Jahr in Syrien. Gemeinsam trinken sie Softdrinks und fahren Motorrad. In Liebesdingen ist Oliver in seiner neuen Heimat auf der Suche, verheiratet ist er noch nicht, eine Verlobung ist auch noch nicht in Aussicht. Hätte er dennoch einmal Lust auf Zweisamkeit könnte er sich im Kalifat am Markt bei den Sklavinnen bedienen. Sex außerhalb der Ehe ist mit Sklavinnen nämlich im Gottesstaat nicht verboten. Durch Eroberung von Kurdengebieten sorgt der IS auch für regelmäßigen Nachschub für die Sklavenmärkte.

Aber Oliver ist auf der Suche nach einer züchtigen Frau, die sich um seinen Haushalt kümmert und ihm Kinder schenkt. Ein Einstandsgeschenk hat er bereits besorgt, eine Pistole. Oliver ist nicht unbedingt auf der Suchenach einer Frau aus Syrien oder dem Irak, es kann auch eine Frau aus Europa sein. Diese würde er von der Grenze abholen – mit einem Pferd – als Symbol der Achtung vor ihrer Beziehung. Sobald Oliver seine Familie gründet, kann er vom Islamischen Staat eine Art Familienbeihilfe von 1500$ beantragen. So sorgt der IS dafür, die Bevölkerung hinter sich zu haben, denn ohne Bevölkerung kein Staat. Sollte dennoch jemand in den IS-kontrollierten Gebieten sich nicht an die Gesetze der Scharia halten, wird auch nach der Scharia bestraft, Steinigungen, Erschießungen und Enthauptungen sind die drohenden Strafen. Selbst gesehen hat Oliver diese Bestrafungen allerdings noch nicht, verpassen möchte er das allerdings nicht.

Mitte September verletzt Oliver sich am Fuß und kann so eine Weile nicht ordentlich gehen. Kampfhandlungen fallen in dieser Zeit für ihn aus.Generell war er noch nicht in sehr viele Kampfhandlungen verwickelt. Die Teilnahme an diesen ist in den meisten Fällen freiwillig, sollte es aber zu größeren Angriffen kommen ist auch eine Verpflichtung denkbar.

Anfang Oktober ist Oliver noch immer nicht ganz fit, kann aber für ein Propagandavideo des IS posieren. Im Video fordert er seine Brüder im Glauben auf, die Kuffar (=”Ungläubigen”) wie die Schafe zu schlachten, eine Drohung, die sich auch an sein ehemaliges Heimatland Österreich richtet. Ehemalige Mitschüler erkennen ihn in dem Video. Mit einem Schlag ist Oliver berühmt – zumindest in Österreich. Auch seine Mutter erfährt erst durch dass Drohvideo, dass ihr Sohn in den so genannten Jihad gezogen ist.

Oliver auf ask.fm

ask.fm

Kontakt hält Oliver weiterhin über Handy und Internet – Angst davor, für den Anschluss an eine terroristische Organisation bestraft zu werden hat er nicht. Schließlich ist eine Rückkehr nicht geplant – zumindest nicht in das bestehende Österreich – wenn er zurückkommt, will er das nur in ein Kalifat.

Seit rund einer Woche ist Oliver offline. Seine Profile wurden gesperrt, neue sind noch nicht aufgetaucht. Das ist seine Geschichte bisher, so wie er sie auf ask.fm allen, die ihm zuhören, erzählt.

 

Veröffentlicht unter http://fm4.orf.at/stories/1748652/



DOKeins – Die Kinder des Kalifats – Was Jugendliche zum IS treibt.

Zwei Mädchen aus Wien, die nach Syrien ausgerissen sind, ein 16-Jähriger, der von dort Drohvideos verbreitet und nun ein 14-Jähriger in St. Pölten, der angeblich Anschläge geplant hat: Es werden immer mehr Beispiele von Jugendlichen bekannt, die sich in den Dienst der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stellen. Ersten Kontakt mit den oft grausamen Taten des IS haben junge Menschen in Sozialen Netzwerken – nach ORF-Recherchen sind es knapp 2.000 Menschen hierzulande, die offen die Ideen des IS teilen.

Auf Facebook, Ask.fm und Instagram werden Bilder, Erfahrungen und Videos von Kämpfern und Sympathisanten geteilt. Laut der ORF-Doku „Kinder des Kalifats. IS- Rekrutierung in Österreich“ sympathisieren hierzulande 1.963 Menschen mit den Ideen des Islamischen Staates offen in Sozialen Netzwerken und verbreiten dort teils aktiv dessen Propaganda.

Foto eines IS-Sympathisanten mit IS-Fahne

ORF

Heldeninszenierung via Facebook und Co.

Freundeskreise in kleineren Städten

Soweit sich das in den Onlineprofilen eruieren ließ, sind die Ballungszentren der Sympathisanten wenig überraschend Wien (221), Graz (123), Linz (83) und Salzburg (63). Aber auch kleinere Städte wie Wels (51), Steyr (58) oder Kapfenberg (54) haben große Communitys von terrorbegeisterten Jugendlichen.

Die Gruppen in den kleineren Städten sind meist auf einzelne Freundeskreise zurückzuführen – man kennt einander also in der Szene. In den großen Städten ist die Vernetzung weniger auf einzelne Freundeskreise zurückzuführen, viele der Sympathisanten kennen einander nur über die Sozialen Netzwerke.

Österreich-Karte mit Verteilung der IS-Sympathisanten

ORF

Ballungszentren der IS-Sympathisanten

Wie recherchiert wurde

Ausgangspunkt der Recherche mit Graph Search auf Facebook waren Profile von Menschen, die früher in Österreich gelebt haben und jetzt in Syrien offensichtlich für IS kämpfen. In deren Freundes- und Freundesfreundelisten wurde nach in Österreich lebenden Usern gesucht, deren Profile entsprechende Merkmale über Interessen und Likes aufwiesen. Zudem wurden auch nicht vernetzte Einzelpersonen eruiert, die mit Kommentaren und Likes Sympathien für IS demonstrierten.

Kriegserfahrung prägt

Rund knapp bei der Hälfte waren auch Rückschlüsse auf die Herkunft möglich: Während nur ein relativ kleiner Prozentsatz davon aus Österreich und Deutschland stammt, hat fast die Hälfte laut eigenen Angaben einen tschetschenischen Hintergrund. Mehr als ein Viertel stammt demnach aus den ehemaligen Bürgerkriegsstaaten am Balkan, aus Serbien, Bosnien, Mazedonien und dem Kosovo.

Damit handelt es sich also vor allem um Menschen, die aus ihrer Heimat bereits Krieg und Vertreibung kennen. Tarafa Baghajati, Obmann der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen (IMÖ) erklärt, wieso gerade sie anfällig für die Propaganda des IS sind: „Sie haben keinen Rückhalt, um Fragen zu diesem komplizierten Thema zu stellen. Meistens sind die Eltern auch einfache Leute, die dieser Herausforderung nicht gewachsen sind und die Fragen nicht beantworten können.“

Guido Steinberg, Islamwissenschaftler aus Berlin, wiederum meint, IS ziehe Jugendliche an, indem man ihnen verspreche, in einem islamischen Staat zu leben, der in etwa so aussieht, wie sie es sich vorstellen, dass der Prophet im 7. Jahrhundert mit seinen Gefährten gelebt hat.

Video kann nicht geladen werden

Auch Mädchen als Zielgruppe

Primäre Zielgruppe der Propaganda sind junge, sozial schlechter gestellte Männer. Aber auch immer öfter werden gezielt Frauen angeworben. Auch spezielle Partnerbörsen für Frauen, die auf der Suche nach einem radikalislamischen Kämpfer sind, wurden mittlerweile eingerichtet.

Die Frauen, die sich für eine Auswanderung entscheiden, erwartet dort ein Leben in Totalverschleierung und als Anhängsel des kämpfenden Mannes. Ein englischsprachiges Blog berichtet etwa über die „Vorzüge“ dieses Lebens. Es wir zum Beispiel geschildert, welche Kleidung man aus dem Westen mitbringen solle, da manche Kleidungsstücke nicht dem gewohnten Standard entsprechen.

„Fragestunden“ via Web

Neben Facebook ist für die jungen Dschihadisten auch die Frageplattform Ask.fm ein zentrales Medium. Hier können Fragen an bereits in Syrien lebende Kämpfer des IS gestellt werden. Unter ihnen ist auch der Österreicher Oliver N.

Bis noch vor einer Woche hat er auf der Plattform noch alle Fragen der User beantwortet. Neben Tipps für die Reiseroute oder das Reisegepäck finden sich hier auch erschreckende Erzählungen über den Umgang des IS mit „Sklavinnen“ und „Andersgläubigen“. Seit gut einer Woche ist sein Profil nicht mehr erreichbar – doch es darf bezweifelt werden, dass es für immer verschwunden ist.

Grafische Arbeit eines IS-Sympathisanten

ORF

Gräuelbilder und Comic – eine eigene Ästhetik des Terrors

Löschen hilft nur kurzfristig

Die Betreiber von Sozialen Netzwerken löschen zwar regelmäßig Accounts, allerdings sind sie aufgrund der Masse der Nutzer und Inhalte machtlos. Wird ein Video gelöscht, taucht es an anderer Stelle mit anderem Titel wenig später wieder auf. Bei persönlichen Accounts verhält es sich ähnlich, wird ein Account gelöscht, erscheint er wenig später mit leicht variiertem Namen wieder. Rechtlich ist das Verbreiten von Symbolen des IS in Österreich legal – somit gibt es auch auf diesem Weg keine Handhabe.

Logos, Videos, eigene Drohungen

Die aus Sozialen Netzwerken verbreiteten Inhalte reichen hier von den Logos des Islamischen Staates über Bilder von Kämpfern der Terrororganisation bis hin zu brutalen Videos von Erschießungen und Enthauptungen. Angereichert werden die Bilder oft um eigene Drohungen oder Botschaften.

Festgestellt werden konnten unterschiedliche „Radikalisierungsthemen“. Am häufigsten wird gegen Kurden, Jesiden und Christen gehetzt. An zweiter Stelle steht der Konflikt Israel – Palästina. Und schließlich tauchen auch Parolen gegen die USA, den Westen allgemein und gegen Russland auf.

Postings von IS-Sympathisanten in einem Sozialem Netzwerk

Facebook

Hetze via Facebook

Provokation in der Gruppe

Nicht jede dieser Drohungen führe sofort zu einer Tat. Doch was die Jugendlichen sagen, müsse man aber in jedem Fall ernst nehmen, meinte Martin Dworak vom Verein Back Bone in Wien. Problematische Äußerungen seien manchmal auch nur in einer Gruppensituation zu sehen, um „die eigenen Positionen abzusetzen und zu zeigen, ich bin der Lauteste oder der Coolste in der Gruppe“.

Den Jugendlichen sei dabei nicht bewusst, dass es von der Öffentlichkeit oder vom Verfassungsschutz mitgelesen werden kann. Auch die daraus erfolgenden Konsequenzen könnten von den Jugendlichen als reale Diskriminierungen erlebt werden. In der Folge seien sie „vielleicht sogar offener für eine Radikalisierung“, so Dworak. Deswegen sei es enorm wichtig, genau hinzusehen und zu ergründen, was hinter den Provokationen steht.

(Text veröffentlich auf orf.at unter http://orf.at/stories/2251608/2251632/)

 

DOKeins – die Kinder des Kalifats from Florian Matscheko on Vimeo.



wahlfahrt.orf.at Videozusammenfassung

Um Menschen die Seite wahlfahrt.orf.at möglichst kurz näher zu bringen haben wir ein kleines Video gestaltet.



Vergnügngspark Bakken in Kopenhagen

Im Rahmen der Wahlfahrt waren wir auch in Kopenhagen, der zentrale Vergnügungspark der Stadt (Tivoli) hatte zwar noch geschlossen geöffnet war aber der etwas außerhalb gelegene Bakken.

 



Wahlfahrt EU – 2014 – Multimedia – Wie wirds gemacht?

Zur Erinnerung die “Wahlfahrt” war ein Format von ORFeins in dem Hanno Settele mit Politikern in einem (alten) Auto (Mercedes 280S BJ 1978) durch Österreich fährt und dabei beiläufig über Politik und alle anderen wichtigen Dinge plaudert. Unterlegt mit großartiger Musik ein sensationeller Erfolg für den ORF.

Da Wahlen ja periodisch immer wieder kehren gibts auch 2014 die Chance eine Wahlfahrt zu produzieren und zwar für die EU-Wahl Ende Mai.

Was bleibt? Was kommt?

Bewährtes und erfolgreiches soll man ja bekanntlich nicht ändern, deshalb bleiben die Grundbestandteile der Sendung auch bestehen, Hanno Settele fährt in einem Auto (DEM Auto – Mercedes 280S) mit Politikern durchs Land und plaudert. Unterschied zum letzten Mal es fahren keine Österreichischen Gäste mit sondern International, daher ist auch die Route etwas internationaler. Kosice – Frankfurt – Luxemburg – Strassburg – Athen – Kopenhagen – Mulhouse – Stuttgart ist die diesjährige Route – eine Herausforderung für das Alte Auto. Neu ist nicht nur die Route sondern auch dass Hanno Settele mit den Mitfahrenden wichtige oder interessante Orte besichtigt.

Dramaturgisch ist das Format als dreiteiliger Film zu verstehen. In den drei Folgen werden drei unterschiedliche Themenblöcke behandelt. Zusätzlich wird die Sendung von einem Online-Format begleitet dass diese Dreiteilung ebenfalls übernimmt.

Das Auto

Ebenfalls bleibt der Mercedes. Ein 280S aus 1978, früher im Besitz der russischen Botschaft heute im Besitz des ORF – neben einigen Tücken hat der Mercedes auch etwas was sehr ORF spezifisches.

Der Mercedes hat 180PS und interessanterweise nur 4 Gänge. Bei hohem Drehmoment ist das aber kein Problem hört man.

gange

Der Mercedes hat keine gute Ausstattung, für die Wahlfahrt 1, die im Sommer stattfand wurde eine Klimaanlage für die Fahrgastzelle und eine für die Technik im Kofferraum nachgerüstet. Ausgestattet ist das Auto mit bis zu 12 Kameras, 3 davon sind fix am Amaturenbrett installiert und dienen als Hauptkameras. Die Köpfe der Kameras sind von Panasonic (AG HCK 10) – aufgezeichnet wird das Material auf Sony XDCAM HD PDW 700 Camcordern die über SDI angesteuert werden. Außenaufnahmen und Detailaufnahmen Innen werden mit Actionkameras von Drift aufgezeichnet, zum einen weil sie eine lange Akkulaufzeit haben und zum anderen weil sie per WLan überwachbar sind.

Synchron gehalten wird das Material mit Hilfe einer Lockit Timecode Funkstrecke sowie einer Lockit Timecode Klappe. Auch die Drehkameras werden so mit dem Timecode synchronisiert.

Dreh

Der Fernsehinhalt wird auf 2 Sony PDW F800 gedreht, sowie einige Bilder mit einer 5D Mk iii, der Ton wird außerhalb des Autos auf Grund der Flexibilität in den meisten Fällen geangelt. Aufgelöst werden die Szenen sehr Nah, beide Kameras drehen hier Nahe, so kann es auch dazu kommen dass man im Schnitt auf Grund der Bewegung der Protagonisten Achsensprüngen nicht entkommt.

Kameramann Michael Ferk erklärt in diesem kurzen Video die besondere Herausforderung des Formates in unserem Making Of:

 

Wie im Video bereits angesprochen wurde größtenteils mit langer Brennweite gedreht, daher ist das Bild, trotz Bildstabilisatoren für ein Talkformat überraschend unruhig.

Insgesamt gab es in der Produktion 18 Drehtage mit insgesamt ca. 300 Stunden Material. Das Material wurde dem ORF Hausworkflow entsprechend zuerst vom digitalen Ingest von den Professional Discs und von Festplatte eingespielt und im Anschluss in unserem PCMS gesichtet bevor das Material an den Final Cut Pro Schnittplatz übergeben wird.

 

Schnitt

Die Sendung für das Fernsehen wurde im Ganzen auf Final Cut Pro geschnitten.

Größte Schwierigkeit beim Schnitt für die TV-Sendung ist die riesige Menge an HD-Material, 5 – 7 Kameras zeichnen die komplette Fahrt auf, dazu kommen noch zwei Kameras die die “Außenszenen” drehen – das macht in Summe ca. 20TB Rohmaterial. Damit kann Final Cut Pro (nicht in der X Variante) scheinbar nicht wirklich umgehen und neigt zu permanenten Abstürzen und ewigen Ladezeiten.

Der Videocontent für den Online Bereich wurde fast zur Gänze in Premiere Pro und After Effects produziert, da es hier wesentlich einfacher ist Infographiken zu gestalten und einzufügen. Als Codec setzen wir hier um kompatibel zum Final Cut Workflow zu bleiben auf ProRes 422 (HQ). Wichtig war bei der großen Menge an Onlineclips eine Art einheitliche Bildsprache zu entwickeln. Da wir auf gänzlich unterschiedliche Quellen – Archiv SD, Archiv HD und Eigendreh HD – zurückgreifen kommt die Bildästhetik gänzlich unterschiedlich daher. Um trotzdem einen einheitlichen Auftritt zu erhalten wurde eine grafische Verpackung für alle Beiträge geschaffen die sich über eingeblendete Titel, Trenner und Schlusssequenzen erstreckt.

 

Inhaltlich drehen sich die Beiträge von “Behind the scenes” Material über historische Beiträge aus dem Archiv bis hin zu kleinen, extra für das Online-Format produzierten Reportagen aus z.B. dem Flüchtlingscamp in Athen (siehe oben) oder die Frauenschmiede in Kopenhagen (nachfolgend).

Zusätzlich zu den gedrehten Beiträgen wurden auch noch kleine Animationen produziert um z.B. Vorurteile zu symbolisieren. Farblich und stilistisch haben wir uns dabei an die Sendungs CI gehalten.

Auf alle Fälle ist das Ergebnis wirklich großartig und gibts in der TVthek zu sehen.

Neu: Online als Datengrundlage für die TV-Wahlfahrt

Der Online-Inhalt ist in Form von drei einseitigen Scrollingpages gelöst. Inhaltlich hängt die Webpage weniger an den persönlichen Geschichten der Kandidaten sondern vielmehr an Daten die in der Sendung keinen Platz finden – ist also als ein Datenjournalistisches Projekt zu verstehen. Die dafür notwendigen Daten wurden aus Statistiken der Eurostat, sowie aus nationalen Statistikinstituten gewonnen und über Infografiken und Videos aufbereitet.

Die Geschichten die erzählt werden halten sich im wesentlichen an die drei Themenblöcke des TV-Formates nämlich: Geld – Migration / Integration – Geschichte / Struktur. Der Erzähler Online ist nicht die Off-Stimme wie im TV-Format sondern Hanno Settele.

Als ersten Schritt haben wir das Grundgerüst der Geschichte verschriftlicht.

Die Grundlage für die visuelle Geschichte haben wir wie im Fernsehen üblich als Storyboard umgesetzt um ein Gefühl zu bekommen wie man die Menge an Daten visualisieren kann.

Anschließend wurden die groben Geschichten mit Daten befüllt und diese visualisiert. Die Darstellung im Web basiert im wesentlichen auf After Effects Animationen die als .png Sequenzen exportiert wurden und durchscrollbar sind. Die Visualisierung der Daten geschieht mit interaktiven Karten die in HTML5 umgesetzt wurden. Für die Responsive Umsetzung haben wir auf Skeleton zurückgegriffen und das Streaming wurde von unserer hauseigenen Streamingplattform (der TVthek) übernommen, für die Steuerung des Streamingservers kommt ein vorgefertigtes Skript der ORF-On zum Einsatz.

Als grundlegende Items haben wir uns für fünf große Elemente entschieden:

  1. Timelines
  2. Interaktive Landkarten
  3. Netzwerkgrafiken
  4. Videos
  5. Infografiken

Nächster Schritt waren die ersten Versuche der grafischen Umsetzung, wie man sieht war hier der Weg vom ersten Entwurf, über die Korrektur bis hin zum finalen Layout ein recht weiter.

Im nächsten Schritt wurden die Geschichten geplant um ein Gefühl zu bekommen wie groß der Aufwand ist um an die notwendigen Daten zu kommen. Dazu wurden europaweit ca. 500 Datenbanken angezapft. Die Daten wurden dann um die Seite standalone anbieten zu können downgeloadet und von Programmieren in interaktive Infografiken verpackt. Eine Auswahl der Grafiken gibs hier:


Um nun diese Infografiken nicht für sich alleine stehen zu lassen wurden die Informationen in größere Geschichten verpackt. Die grundlegende Idee war diese Geschichten über Scrolling Pages zu erzählen. Der Look wurde angelehnt an den von Christian Stangl gestalteten Opener der Wahlfahrt.

Um einen filmischen Effekt zu erhalten haben wir uns entschieden den Hintergrund als durchscrollbare PNG Sequenz zu gestalten. Die dafür notwendigen Videos wurden in Adobe After Effects animiert und als PNG Sequenz exportiert. Ein Kapitel Online hat dabei ca. 200 Frames und damit eine Größe von ungefähr 30 MB. Da dies natürlich zu relativ langen Preload Zeiten führt haben wir uns entschieden – den ersten Teil der Seite – ein zum Thema passendes Zitat plus einen Teil der OnAir Signation automatisch zu durchscrollen um die Ladezeit etwas zu “verbergen”.

Einen kleinen Einblick in die Arbeit gibt es hier:

Die ganze Seite steht noch bis zur EU-Wahl unter http://wahlfahrt.orf.at online.

Ein großes Dankeschön für die gigantische Arbeit an die freundlichen Menschen der Drahtwarenhandlung (die gerüchteweise auch super kochen).



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