Las Vegas

Es ist 14.20 – im Fernsehen läuft der Frauen Bowling World Championship und ich bin seit gut 24 Stunden alleine in Las Vegas. Alleine in einer Stadt zu sein die Projektionsfläche für Spass und eine Hülle für Ekstase sein soll ist nicht ganz einfach. Geht man Abends auf die Straße, auf die eine Straße wo auch andere Menschen sind – den Strip – steht man in einer gigantischen Gruppe von Gruppen die scheinbar feiern dass man plötzlich auf der Straße saufen darf. Was bei uns ein normaler Mittwoch Nachmittag ist, reicht in den USA für den Inbegriff von Sin-City. Las Vegas soll wild sein, alles was es ist ist aber erbärmlich. Unglaublich stumpfe, hässliche Menschen ziehen durch die Straße mit riesigen Plastikvasen aus denen sie irgendwas trinken.

Die Stimmung ist hier genau so künstlich wie der Geruch in den riesigen Hotels, aus Bodenlautsprechern läuft rund um die Uhr schlechter Techno egal wo man sich aufhält am Strip und auf Pool Partys tritt Steve Aoki auf. Dazu kommt noch die allgegewnwärtige Prostitution, die in Las Vegas streng genommen nicht legal ist, sonst überall in Nevada aber schon, das stört hier aber scheinbar niemanden. Auf der Straße werden von alten Frauen mit grellen „Girls, Girls, Girls“ Flyer mit Telefonnummern von Private Dancern verteilt. Wie der Tanz dann aussieht kann man sich leicht ausrechnen.

Also was tut man in so einer Stadt? Richtig: nicht viel. Zwei mal den Strip rauf und runter gehen und man hats gesehen. Die Shows besuchen? David Copperfield? Britney Spears? Na eher nicht. Interessanterweise treten hier aber auch Leute wie Ghostface Killah vom Wu-Tang Clan auf – und zwar in einem Lokal in dem man sonst Chicken Wings isst. Tja was bleibt sonst noch? Outlet-Center irgendwo außerhalb und halt der übliche internationale Designerschmuh in den Hoteleinkaufszentren (inklusive aufgemalten Himmel yeah!). Ja dann noch spielen: Fühlt sich bissl wie im mittlerweile geschlossenem Automatencasino im Prater an. Dann noch Essen, jede Kette ist vertreten – mit langer Schlange vor der Tür. Also besser Sandwich vom Wallgreens und ESPN im Hotelfernseher.

Achja und Messe war natürlich auch, die NAB. Was gabs zu sehen? Neue Kameras von Blackmagic, neue Software von Avid und ein Versuch von Microsoft innovativ zu sein.

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